Sardinien

Wie ein kleiner Kontinent liegt Sardinien in der wogenden, warmen See. Es ist ihre Vielfalt, die ihr einen ganz besonderen Charme verleiht.

Preise

Preise
Fahrer im Doppelzimmer 1690,00
Beifahrer 1290,00
Einzelzimmer-Zuschlag 330,00

Leistungen

Leistungen
Fährüberfahrten Genua – Sardinien und zurück in Doppelkabinen mit Dusche und WC
Halbpension
deutschsprachige Reiseleitung auf dem Motorrad
Eintrittsgelder
Nicht inklusive
Alles, was nicht unter Leistungen angegeben ist
Motorrad
Benzin
Mittagessen
Getränke
Mautgebühren
Reiserücktrittskosten- und Rücktransportversicherung

Mehr Details

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Gesamtstrecke: zirka 1600 km
Tagesetappen: 150–320 km
Mindestteilnehmerzahl: 6 Fahrer Bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl behalten wir uns vor, die Reise bis 28 Tage vor Tourbeginn abzusagen
Straßenzustand: Immer asphaltiert, herrlich geschwungene Kurven ohne Ende
Fahrkönnen: Das Motorrad sollte auf kurvigen Strecken sicher beherrscht werden
Klima: Durchgehend mediterran, in Höhenlagen auch mal etwas kühler
Mobilität: Das Angebot ist nicht für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Für nähere Informationen kontaktiere uns bitte.

Ihr Spektrum reicht von den wilden, schwer zugänglichen Bergregionen des Landesinneren mit jenen skurrilen, zerklüfteten Felsen-gärten bis hinunter an die karibisch anmutenden hellen Strände am warmen Meeressaum. Von den mystischen Feenhäusern und Gigantengräbern, den prähistorischen Nuraghen bis hin zum Sitz des weltbekannten Internet-Providers Tiscali in Cagliari. Von den Tiefen der unterirdischen, größtenteils noch unentdeckten Tropfsteinwelten bis hinauf auf das fast 2000

Meter hohe Dach der Insel im mächtigen und ursprünglichen Gennargentu-Gebirge.

Die Legende sagt, dass Gott während der Schöpfung der Erde die kleine Insel Sardinien ganz und gar vergessen hatte. Nackt und ohne Vegetation lag sie da wie ein kahler Fels im weiten Meer. Erst ein Engel musste Gott auf sein Versäumnis hinweisen. Woraufhin Gott sich reumütig ganz konzentriert noch einmal Sardiniens Gestaltung annahm und von all’ den schönen Dingen, die er überall in der Welt schon erschaffen hatte, reichlich nahm und sie auf der Insel verteilte. So wurde sie so wunderschön, wie sie heute ist. Und zur Perle des Mittelmeers.

Die „vergessene Insel“ wurde im Laufe der Jahrhunderte immer öfter vernachlässigt. So nahmen sich der unbewachten und ungeschützten Insel nach und nach viele verschiedene Völker an und hinterließen ihre Spuren: Phönizier, Römer, Pisaner, Genuesen und letztlich auch die Katalanen, die in der Stadt Alghero lange Zeit residierten. Alle jene Einflüsse machen schließlich den Charme dieser kleinen, bezaubernden Insel aus und begründen ihre

unerschöpfliche Vielfalt. Diesen kleinen, traumhaften Kontinent auf zwei Rädern zu entdecken, bis in die entlegensten und ursprünglichsten Winkel zu „erfahren“, ist eine der schönsten Herausforderungen, die ein Urlaub auf dem Motorrad bieten kann.

Tourverlauf

1. Tag: Individuelle Anreise zur Nachtfähre

Treffpunkt am Abend an der Fähre nach Sardinien, Abendessen und Übernachtung auf der Fähre (Doppelkabinen mit DU/WC). Abfahrt voraussichtlich in Genua oder Livorno.

2. Tag: Ankunft am frühen Morgen und die erste kleine Ausfahrt

Morgens nach dem frühen Frühstück Ankunft mit der Fähre auf Sardinien. Auf der gut ausgebauten Hauptstraße geht es zunächst schnurstracks nach Alghero, damit wir in unserem Hotel unser Gepäck loswerden können. Nach einer kleinen Erfrischung fahren wir erleichtert los, um den nordwestlichen Zipfel der Insel zu erkunden. So oft es geht bewegen wir uns in der Nähe des Küstensaums und erhaschen Ausblicke auf die tiefblaue See. Am Capo Falcone, dem nördlichsten Punkt der Insel, suchen wir uns direkt am Meer einen Platz für einen kurzen Mittagsstopp. Je nach Lust und Laune nehmen wir noch ein paar Kürvchen zu uns, bevor wir zurück ins Hotel fahren. Für den ersten Abend ist ein gemeinsames Abendessen in der Pizzeria Poco Loco geplant, in der es die hervorragenden Pizzen als Meterware gibt. Gegründet von Katalanen, kommt einem Alghero bei dem anschließenden kleinen Verdauungsspaziergang durch die Altstadt und entlang der Stadtmauer der Zitadelle doch noch ziemlich Spanisch vor.

Tagesetappe: zw. 40 bis 260 km

3. Tag: Von Alghero an die Costa Verde

Nach dem Frühstück heißt es Packen und ab auf die Motorräder. Auf der SS 292 genießen wir die tollen Kurvenkombinationen bis nach Villanova. Bis nach Bosa schlängelt sich diese Straße durch das Küstengebirge, dessen höchste Kuppen an der 800 Meter Grenze kratzen. Von hier aus schwingt sich die Straße, wir gehabt gespickt mit herrlichen Radien, hinauf zum Monte Ferru (immerhin 956 Meter misst dieser „Eisenberg“), nach Santu Lussúrgiu. Bis hinein in die Berge des Arboréa, entfernte Ausläufer des Gennargentu führt unser Weg stets von links nach rechts wedelnd bis in die Ebene bei Terralba. Über Straßen dritten bis vierten Grades (Vorsicht!) nähern wir uns der grünen Küste quasi durch die Hintertür. Vielleicht können wir sogar einige der hier lebenden tiefrosafarbenen Flamingos im knietiefen Wasser stehen sehen.

Die Küste hier ist wild und das Meer ist offen. Die Wellen schlagen mit solcher Macht an die steilen Felsen, dass es eine Freude ist, diese Naturgewalt zu beobachten.

Tagesetappe: ca. 275 km

4. Tag: Die Costa Verde und ihr Hinterland

Nach dem Frühstück zieht es uns hinaus auf’s Dorf. Nach der Fahrt zum Capo Pécora fahren wir nach Portixeddu, um dort auf der kleinen Terrasse direkt an der Straße (und natürlich mit Meerblick, ist doch klar!) „Zuppa di Cozze“, eine Muschelspezialität mit Tomaten und Knoblauch, und danach Frittura Mista von Meeresfrüchten zu essen. Echt lecker!!

Danach geht es entlang der Küste bis nach Masua. Dieser Abschnitt ist einer der wildesten der sardischen Küstenlinie überhaupt, und die Straße führt über

atemberaubende Anstiege weit hoch hinaus mit einem gigantischen Blick über das

Meer.

Später finden wir über Iglesias den Einstieg zu einer fantastischen Bergrennstrecke, von deren Verlauf wir uns bis zum Tempel von Antás in entzückende Schwingungen versetzen lassen. Hier, in dem Fluminese genannten Gebiet, kann man Schottersträßchen fahren, bis zum Verlust der Orientierung.

Vielleicht hat jemand Lust auf ein kleines Abenteuer? Doch das erwartet uns schon auf dem weiteren Weg nach Arbus, von wo aus uns die kleine Straße wild schlingernd zurück an die Costa Verde bringt.

Tagesetappe: ca. 155 km

5. Tag: Von der Westküste an die Ostküste entlang des Gennargentu

Heute geht es gleich in der Frühe los. Es liegt die Überquerung der gesamten Insel an – und das in vollem Tourenornat. Doch davor schauen wir uns noch die weltberühmte Nuraghenfestung Nuraxi an. Danach streifen wir gegen Nachmittag das Gennargentu-Gebirge und fahren über Mándas, Seui und Lanusei an die Ostküste. Was für Straßen werden Sie nach dieser Karussellfahrt denken. Und so geht es weiter. Eine der bekanntesten und berühmtesten Straßen auf Sardinien ist die SS 125 von Tortoli nach Dorgali. Mehrere Pässe gilt es auf dieser Küstenstraße zu überqueren, einer davon über 1000 Meter hoch – ein im wahrsten Sinne des Wortes erhebendes Gefühl. Kurz vor Dorgali geht es rechts in den Tunnel zur Cala Gonone, eine der schönsten Buchten Sardiniens. Hier beziehen wir nach einem ereignis- und besonders kurvenreichen Tag unser Quartier für die nächsten drei Nächte. Abendessen und Relaxen im Hotel.

Tagesetappe: ca. 280 km

6. Tag: Gennargentu

Der Tag steht ganz im Zeichen der Insel. Eine Rundfahrt ums geliebte Hochgebirge (frei von störendem Gepäck!) ist oberste Pflicht für jeden Motorrad-Wanderer. Auch heute gibt es keinen Gruppenzwang, außer dem gemeinsamen Abendessen steht einer individuellen Gestaltung des Tages nichts im Weg. Wer möchte, sucht sich auch diesen selbst und trifft die Gruppe auf Wunsch erst gegen Abend wieder. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Für all jene, die sich lieber mal ohne zwei Räder unter dem Hintern erholen möchten, bieten sich neben den (recht anstrengenden) Wanderungen in die berühmte Schlucht „Gola su Gorruppu“ oder durch die „Codula di Luna“ bis hin zur Cala Luna an. Letztere kann man aber auch auf einer kleinen Wanderung immer am Wasser entlang erreichen. Um dann, nach gelungenem Strandtag mit dem Boot einfach wieder zurück zu fahren. Oder man fährt gleich mit dem Boot hin und zurück– zur vollkommenen Entspannung.

Für diejenigen, die sich am Gennargentu noch immer nicht satt gefahren haben, kommt heute noch einmal der wildeste Teil dieses faszinierenden Gebirges unter die Räder. Nach der südlichen Befahrung der legendären SS 125 fahren wir vor Tortoli gen Westen nach Villagrande. Von hier aus ist es nicht weit zum Einstieg in die kleine Bergstraße des Monte Perda Liana. Dieser Teil der Bergregion ist wirklich völlig von der Welt entrückt. An einigen Stellen könnte man meinen, man sei mitten im marokkanischen Erg gelandet – oder auf dem Mond. Pferde bewegen sich in diesem Teil Sardiniens so frei wie die Vögel. Angesichts der luftigen Höhen, in denen wir uns bewegen, und der steilen Abgründe, in die wir schauen, kommen wir uns bald auch so vor.

Mitten durch das Herz Sardiniens führt uns der Weg über Seulo und Desulo

diesmal direkt nach Fonni. Je nach Abenteuerlust kann man auch einen noch tieferen, fast chirurgischen Einschnitt durch Sardiniens Mitte unternehmen. Wenn die Kondition und Neugier mitspielen, verzichten wir auf Komfort und fahren den klitzekleinen, äußerst wilden Pass – den Arcu Guddetórgiu – auf einer ebenso verwegenen Piste. Abseits aller Pfade und weit weg vom Tourismus – hatten Sie das nicht so gewollt? Keine Angst, es gibt da auch noch die zivilere, gezähmte Variante über den Arcu de Tascussi. In Fonni treffen wir uns dann eh alle wieder. Und es hatte hoffentlich jeder seinen Spaß. Danach folgt das nun schon bekannte Tänzchen von Orgósolo nach Oliena. Wer dazu heute mal keine Lust hat (was wir uns kaum vorstellen können), nimmt die andere Route von Mamoiada direkt nach Núoro und dann auf der Hauptstraße nach Dorgali und ab ins Hotel. Auch das ist ein schönes Tänzchen. Allein der Rhythmus ist ein anderer...

Tagesetappe: ca. 300 km

Alternative für Genießer und die Einmal-ein-bisschen-weniger-Fahrer: Hangsurfen entlang des Monte Albo Morgens nach einem geruhsamen Frühstück (ja, wir haben ein bisschen Muße) fahren wir ohne Gepäck zum Monte Albo, ein für sardische Verhältnisse typischer, länglicher Kalkfelsen, der vor Jahrmillionen mal ein Unterwasser-Riff war. Er ragt weit aus der üppig grünen Landschaft empor. Entlang seiner Nordseite schlängelt sich ein wunderbares Sträßchen durch wilde Vegetation in Richtung Meer. Neben tollen Schwüngen genießen wir die Einsamkeit und die raue Landschaft. Der Abstecher hinab nach Siniscola ist Pflicht, denn solche Kurvenkombinationen bietet sonst nur die legendäre Nordschleife vom Nürburgring– allerdings ohne das tiefblaue Meer vor Augen. Die Straße führt uns bis nach La Caletta, wo es das beste Eis auf der ganzen Insel geben soll. Wir werden es sehen – oder noch besser schmecken.

Ein gemütlicher Tag endet mit der ebenso entspannenden Fahrt entlang der Ostküste über Orosei und Dorgali zurück zum Hotel. Baden im Meer ist heute genauso möglich, wie die kurze Besichtigung des Marmorbruches. Sardischer Marmor ist beinahe so weiß und berühmt wie der von Carrara, jedoch noch nicht ganz so teuer. Leider werden wir nicht allzu viel davon mitnehmen können, denn schon ein zwei mal vier Meter großer Quader wiegt an die 20 Tonnen. Von hier aus ist es nicht mehr weit nach Cala Gonone, und wenn man heute mal etwas früher im Hotel ankommt, dann ist das ja auch mal ganz nett.

Tagesetappe: ca. 200 km

7. Tag: Über Umwege gen Olbia

Über Núoro führt uns der Weg nordwärts. Beim Cappuccino vom Hausberg Ortobene nehmen wir Abschied von unserem geliebten Gennargentu-Gebirge. Heute verlassen wir diesen hinreißenden Teil der Insel. Doch die kommenden Kilometer mit diesem betörenden Asphaltband, welches sich durch Steineichenhaine und diesen würzigen Geruch der Macchia schlängelt, machen jeden Abschied schnell vergessen. Angesichts der Kurvenpracht, die nicht nur verführt sondern auch fordert, ist der Blick schnell wieder nach vorn und auf das Wesentliche gerichtet. Orune, Bitti, Buddóso ... immer weiter durch die sanfte Landschaft des Altipiano geht es gen Norden – und schließlich auf Olbia zu.

In aller Ruhe genießen wir die letzten Kilometer in Richtung der Küste auf kleinsten Sträßchen. Die Nachtfähre wartet bereits, das Abendessen auch. Und nach einem sicherlich wunderbaren Abschlussabend an Bord wartet schon die Koje auf die äußerst kurventüchtigen nunmehr Sardinien-Süchtigen.

Tagesetappe: ca. 200 km

8. Tag: „Auf Wiedersehen“ in Italien

Frühmorgens gelangt die Fähre ans Festland. Kurz nach dem Verlassen des Schiffs parken wir noch einmal irgendwo auf dem Hafengelände um uns anständig zu verabschieden. „Auf ein Wiedersehen“ hoffentlich, vielleicht mal irgendwann auf einer anderen Tour. Oder doch noch wieder auf Sardinien – denn diese Insel lässt einen nie wieder los. Versprochen.