Patagonien

Dort, wo sich zwei Menschen einen Quadratkilometer mit 80 Schafen teilen, wo das Straßennetz spärlich gewoben ist und die Wege mitunter in der Ebene der endlosen Pampa spurlos versickern – genau dort liegt Patagonien.

Preise

Preise
Fahrer im Doppelzimmer 6990,00
Beifahrer 2990,00
Einzelzimmerzuschlag 1190,00

Leistungen

Leistungen
Miet-Motorrad Yamaha XT 660
deutschsprachige Reiseleitung auf dem Motorrad
deutschsprachiger Mechaniker im Begleitfahrzeug
Begleitfahrzeug / Gepäcktransport
Übernachtung im Doppelzimmer
Halbpension
Transfers
Eintrittsgelder Nationalparks und Besichtigungen
Nicht inklusive
Alles, was nicht unter Leistungen angegeben ist
Flüge ab/bis Deutschland (etwa 1500 € bis Bariloche/ab El Calafate)
Mittagessen
Getränke
Benzin
Reiserücktrittskosten- und Rücktransportversicherung

Mehr Details

Mehr Details
Gesamtstrecke: zirka 3450 km
Tagesetappen: 160–340 km
Mindestteilnehmerzahl: 5 Fahrer Bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl behalten wir uns vor, die Reise bis 28 Tage vor Tourbeginn abzusagen
Der Begleitbus nimmt auf der Motorradtour jeden auf, der nicht mehr fahren mag.
Es stehen NICHT in allen Hotels Einzelzimmer zur Verfügung!
Straßenzustand: Überraschend viel guter Asphalt mit zunehmender Tendenz, in Chile und Argentinien wird viel gebaut. Jedoch sind immer noch zirka 40 Prozent der Strecke meist gut ausgebaute Schotterpisten
Fahrkönnen: Ein Motorrad sollte sicher beherrscht werden und das Fahren auf Schotter grundsätzlich kein Problem sein
Motorräder: Die XT 660 Einzylinder-Viertakt von Yamaha ist sehr geländegängig, handlich und robust, dennoch nicht unbequem. Mit Einspritzung ist sie gut gerüstet für die extremen Höhen.
Klima: Im Norden gemäßigtes Küstenklima, ähnlich unserem Sommerwetter. Weiter im Süden immer stärker mit dem nordskandinavischen Sommer vergleichbar und durch die Nähe zur Antarktis immer relativ kühl
Mobilität: Das Angebot ist nicht für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Für nähere Informationen kontaktiere uns bitte.

Und genau auf dieser Motorradreise wartet vielleicht eines der letzten Abenteuer dieser Welt.

Mit zwei grobstolligen Rädern auf der legendären Carretera Austral im Süden Chiles durch den pazifischen Regenwald oder auf der ebenso berühmten Ruta 40 durch die endlose argentinische Pampa fahren. In diesem entrückten, wenig zivilisierten Teil Südamerikas erfährt man Eindrücke wie sonst nirgendwo auf dieser Welt.

Die gigantische Kulisse der schneebedeckten Andengipfel mit den bizarren Felstürmen Torres del Paine oder die aus Granit geformten spitzen Nadeln des Fitz Roy Massivs lassen einen die ungezähmte Wildnis Patagoniens auf dieser Motorradreise hautnah erleben und machen so aus jedem von uns einen kleinen Entdecker. Buchen Sie jetzt diese atemberaubende Motorradtour bei uns.

1. Tag: Ankunft in San Carlos de Bariloche

Abholung am Flughafen, Transfer zum Hotel

2. Tag: San Carlos de Bariloche – entlang des Sees Nahuel Huapi und zurück Der erste Fahrtag soll schon mal ein kleines Highlight sein. Wir fahren zunächst auf hervorragendem Asphalt entlang des tiefblauen Sees mitten in einer wunderschönen Bergwelt, die nicht von ungefähr an die Schweizer Alpen erinnert. Wir folgen dem Rio Limay, der sich durch eine fantastisch bizarre Felslandschaft frisst bin hin zu seinem Zusammenfluss mit dem Rio Traful. Dort, mitten im Nirgendwo, treffen wir uns an der Tankstelle wieder, bevor es hinein in den Nationalpark zum Lago Traful und auf geschotterter Piste immer weiter in den Park hinein geht. Nach der Durchquerung des Nationalparks kehren wir zurück an das Nordufer des Lago Nahuel Huapi.

Wir machen einen kurzen Stopp am See mit Blick auf das am anderen Ufer inmitten grüner Bergflanken liegende San Carlos de Bariloche. Kurze Zeit später dann erreichen wir diesen berühmten Urlaubs- und Erholungsort am Ufer des Nahuel Huapi erneut. Mit seinen typischen rustikalen Holzbauten und viel Fachwerk lohnt sich ein kurzer Stadtbummel, bevor wir dann in einem urgemütlichen Restaurant gemeinsam Abendessen.

Tagesetappe: ca. 250 km

(ca. 65 km nicht asphaltiert)

3. Tag: Von San Carlos de Bariloche nach El Bolsón

Frühmorgens starten wir unsere Etappe mit den ersten 10 Kilometern auf idyllischer Seefahrt entlang des südlichen Ufers des Nahuel Huapi, bis es kurz danach links auf eine Schotterpiste auf den Lago Guitiérrez zugeht. Auf der Ruta 40, der Legendären argentinischen Motherroad fahren wir entlang der Seen Lago Mascardi und Lago Guillelmo. Die Straße führt uns äußerst kurvenreich durch eine sattgrüne Bergwelt immer weiter in Richtung Süden.

Bald ist es nicht mehr weit bis nach El Bolsón, einem kleinen, unschein-baren Anden-Örtchen. Wir müssen uns jedoch zunächst noch nach rechts ins Dickicht schlagen, um unseren absoluten Hotel-Geheimtipp zu finden. Nach Ankunft in der versteckten Posada (Landgasthof) machen wir es uns in der zentralen Blockhütte bei unserem gemeinsamen Abendessen so richtig gemütlich. Heute werden wir uns an kalten Aufschnitten und Käsen der Region gütlich tun. Auch dazu passen die ausgewählten Weine von Luis Junior, sein Vater war Mitbesitzer einer Bodega in Mendoza, hervorragend.

Tagesetappe: ca. 290 km

(ca. 80 km nicht asphaltiert)

4. Tag: Von El Bolsón nach Futaleufú

Nach gut 8 Kilometern erreichen wir wieder die Ruta 258, die asphalt-gewordene Parallel-Trasse zur Ruta 40, die sich noch näher als die altehrwürdige 40 an den Anden entlang schlängelt. Auf ihr haben wir schon gestern einen herrlichen Tourentag verbracht. Leider müssen wir diese schöne Trasse nach einigen Kilometern wieder verlassen, um auf einer eigens angelegten Schotterpiste durch den wunderschönen und zuweilen recht mystisch anmutenden Nationalpark Los Alerces zu fahren. Ein gewaltiges Areal voll bestanden mit herrschaftlich hohen Lärchen, so unberührt, wie man es in Europa schon lange nicht mehr kennt. Der See, der hier über eine weite Strecke die pittoreske Szenerie bestimmt, ist der Lago Futuleufquen. Kurz nachdem wir die Provinzhauptstadt Trevelin erreicht und dort genügend Sprit gebunkert haben, fahren wir auf eine zunächst gut ausgebaute Schotterpiste bis zur chilenischen Grenze. Von dort ist es nicht mehr weit bis zu unserer rustikalen Herberge.

Tagesetappe: ca. 245 km

(ca. 160 km nicht asphaltiert)

5. Tag: Von Futaleufú zu den Termas de Puyuhuapi

Heute Vormittag geht es auf der Ruta 231 immer entlang des Rio Futaleufú mit wunderbaren Aussichten auf den wilden, smaragdgrünen Fluss. In Villa Santa Lucia, einem 200-Seelen-Dorf, biegen wir nach links ab in Richtung Coyhaique und gelangen endlich auf die berühmt-berüchtigte Carretera Austral. Sie führt uns durch unberührte Landschaften, die lediglich von der ersten Pionieren nutzbar gemacht wurden. Auf den Weiden liegen immer noch die Reste der durch Brandrodung vernichteten Bäume. Aber keine Bange, hier überwiegt bei Weitem der Anteil an gesundem Wald. Der pazifische Regenwald ist einer der gesündesten Urwälder unserer Erde – und die Carretera führt mitten durch ihn hindurch.

Unser Ziel, das Hotel Termas de Puyuhuapi ist ebenso eines der letzten wirklich abgeschiedenen und friedlichen Refugien dieser Welt. Hier kommt man nur nach Voranmeldung und mit dem hauseigenen Bootstaxi hin. In den natürlich gespeisten warmen Außenpools der Anlage des pittoresken, ganz aus Holz gebauten Hotels kann man sich mal so richtig schön ausruhen und völlig abschalten.

Vor dem Abendessen nehmen wir unseren Begrüßungs- Pisco Sour in der wunderschönen Kaminbar ein, bevor wir uns in das von der Speisekarte her leider recht mager sortierte Hotel-Restaurant begeben. Aufgrund der abgeschiedenen Lage gibt es nur zwei Menüs zur Wahl, aber lecker sind sie beide.

Tagesetappe: ca. 210 km

(komplett nicht asphaltiert)

6. Tag: Die Termas de Puyuhuapi

Von diesem herrlichen Ort aus bietet sich eine Tour mit dem Bootstaxi des Hotels an, welches für kleinere Exkursionen zur Verfügung steht. (Diese Exkursion ist fakultativ, das Boot kostet pro Stunde 100 USD. Nicht viel, wenn man genügend Mitfahrer zusammen bekommt.) Der Kurztrip führt durch die Fjorde zu zwei schönen Wasserfällen und mit etwas Glück trifft man auf eine Schule patagonischer Delphine und sieht sogar ein paar Seelöwen im Fjord die Fische jagen. Juan, der Kapitän, im wahren Leben Fischer, kennt sich auf See bestens aus und zeigt uns seinen Fjord mal von einer anderen Perspektive, vom Wasser aus. Für diejenigen, die nicht an der Bootstour teilnehmen wollen, ist heute ein Tag zum Relaxen eingeplant. Im hoteleigenen Wellness-Bereich (kostet leider extra) oder in den außen liegenden Thermalpools (diese sind gratis zu benutzen) kann man so richtig schön entspannen. Danach eine schöne

Massage?

Wer aktiv sein möchte, kann das heute nur ohne Motorräder sein, denn die stehen auf der anderen Uferseite des Fjords. Es bietet sich an, auf dieser hoteleigenen Halbinsel eine kleine Wanderung durch den fantastischen Regenwald auf zwei vom Hotel angelegten Wanderwegen zu machen. Zu Fuß wirkt der Dschungel noch um einiges mystischer und unheimlicher, als wenn man mit dem Motorrad hindurchfährt. Oder man fährt auf den hauseigenen Kajaks auf eigene Faust ein bisschen in dem Fjord herum. Vielleicht begleiten Sie ja ein paar Delphine auf Ihrem Ausflug?

7. Tag: Von den Termas de Puyuhuapi nach Coyhaique

Gegen 10 Uhr morgens setzen wir mit dem Bootstaxi über und besteigen nach einem ganzen Tag Abstinenz endlich wieder unsere treuen Gefährte(n). Die Fahrt auf der wunderschönen jedoch abenteuerlichen Carretera setzt sich fort durch einen unberührten pazifischen Regenwald, der alle begeistern wird. Die dichte Vegetation dieses undurchdringlichen Dschungels mit seinen über 40 Meter hohen Bäumen ist wirklich einzigartig. Man sollte diese völlig intakte Natur in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen – ganz ohne Eile. Denn dieses Stück Straße ist vielleicht der spannendste Teil der Carretera Austral, den wir unter die Räder nehmen werden. Da mag manch einer schon traurig werden, dass diese legendäre Trasse nach und nach unter frischem Asphalt verschwindet.

Wenigstens erreichen wir so viel bequemer als noch vor fünf Jahren die Hauptstadt des kleinen Südens: Coyhaique.

Tagesetappe: ca. 220 km

(ca. 85 km nicht asphaltiert)

8. Tag: Vom Coyhaique zum Lago General Carrera

Wir beginnen unseren Tag wie der letzte aufgehört hat: auf einer Asphaltstraße mit den drei besten ausgebauten Serpentinen unseres gesamten Trips. Auf 100 Kilometer solch „luxuriöser“ Oberflächenbe-schaffenheit der Straße können wir unseren kleinen XTs zur Abwechslung mal ein bisschen die Sporen geben. Ein wunderbares Gefühl, über den topfebenen Beton dahin zu gleiten. Mit viel Schwung erreichen wir Cerro Castillo – und damit das Ende der Zivilisation – und des Asphalts.

Noch 210 km sind es nun noch auf grobem Schotter bis zu unserem Ziel Puerto Guadal. So lange dürfen wir uns an der legendären Carretera Austral ergötzen, der einzigen rein chilenischen Verbindung zwischen der Zivilisation und dem wilden Süden. Eine abenteuerliche Piste durch fantastische Natur, die so ursprünglich und unberührt ist, weil dieser Landstrich keinen Menschen interessiert. Und das ist gut so!

Kurz hinter Cerro Castillo dann ein absolutes Highlight in Form einer völlig entrückten, bizarren Welt. Im August 1991 ist hier der nahe gelegene Vulkan Hudson ausgebrochen und hatte das gesamte Tal des Rio Ibanez mit Asche überschüttet. Übrig blieben nach diesem Inferno nur abgebrannte Baumstümpfe, die mittlerweile als „Toter Wald“ in den Fluten des sich ständig verändernden Flussbettes stehen, als würden sie uns erinnern wollen an die rohen Naturgewalten und die Gefahren in dieser abgelegenen Region.

Nach weiteren spannenden und motivreichen Kilometern erreichen wir kurz hinter Puerto Tranquilo den Ableger für die kleinen Boote, die zu den berühmten Marmorkathedralen fahren. Der Lago General Carrera ist so groß, dass es durch die patagonischen Winde zu erheblichen Wellen kommen kann.

So unterspülte der See in Jahrtausenden eine kleine marmorne Insel, so dass kleine, intensiv gemusterte Grotten entstanden sind. Das Zusammenspiel des strahlend weißen Marmors mit dem türkisfarbenen Wasser ist einzigartig schön.

Tagesetappe: ca. 300 km

(ca. 200 km nicht asphaltiert)

9. Tag: Ein Tag der Ruhe und Entspannung am Playa Guadal

Auf bisher jeder unserer Reisen wurden wir gefragt, warum wir in dieser netten Anlage nicht zwei Tage bleiben konnten. Natürlich können wir und tun das hiermit auch, weil auch unsere Guides uns dazu überredet haben.

Denn der Aufenthalt in dieser romantischen Hüttenanlage direkt am See ist zugegebenermaßen ein absolut einmaliges Erlebnis.

Tagesetappe: 0 km

10. Tag: Entlang der fantastischen Uferstraße des Lago General Carrera Den weiteren Tag dominiert ganz klar die Fahrt entlang der spektakulären Uferstraße entlang des türkis glänzenden Lago General Carrera, die sich teilweise abenteuerlich an den Bergflanken empor hangelt und von bis zu 300 Meter hohen Klippen fantastische Aussichten auf den Lago und die dahinter liegenden teils schneebedeckten Berge bietet.

Insgesamt sind es etwa 112 aufregende Kilometer bis nach Chile Chico (übersetzt: Klein-Chile) direkt am Südufer des Sees gelegen. Hier werden wir die Grenze nach Argentinien überqueren. Sobald die lästigen und langwierigen Grenzformalitäten erledigt sind, fahren wir noch ein paar Kilometer am Ufer entlang bis zu unserem Hotel am Seeufer auf argentinischer Seite. Hier heißt der See Lago Buenos Aires.

Tagesetappe: ca. 110 km

(ca. 100 km nicht asphaltiert)

11. Tag: Pampa – nichts als Pampa

Ein Erlebnis der etwas anderen Art erwartet uns am heutigen Tag. Wir werden erleben, wie es ist, wenn da nichts ist. Gar nichts. Nicht umsonst existiert das geflügelte Wort „in der Pampa“, wenn man sagen will, jenseits jeglicher Zivilisation, im Nichts, im Nirgendwo. Und genau so fühlt es sich an. Teilweise ist sie schon asphaltiert, die legendäre Nord-Süd-Verbindung Argentiniens, die Ruta 40, aber sie hat auf weiten Strecken dennoch nichts an Reiz verloren. Und der ist ganz einfach der, dass es in der Pampa nichts gibt. Außer geraden Schotterpisten und dürrem, braunen Weideland für genügsame Schafe, die sich auch mit dem harten Pampagras zufrieden geben. Was hier fasziniert, ist, dass es scheinbar auf ewig so bleibt und sich kilometerweit nichts daran ändert.

Bis wir schließlich mitten in der Pampa links abbiegen und hinter den sanft gewellten vor uns liegenden Hügel fahren. Dahinter nämlich versteckt sich ein äußerst fruchtbares, schmales Tal, welches die hier ansässige Estancia La Angostura (zu Deutsch „die Verengung“) bewirtschaftet. Wir bleiben über Nacht in dieser ursprünglichen Estancia. Hier müssen wir ausnahmsweise etwas näher zusammen rücken, denn es gibt nur einige wenige Zimmer.

Und die sind wirklich nur mit dem allernötigsten ausgestattet. Diese Atmosphäre a la High Chapparal entschädigt ganz sicher für den heute Nacht zu entbehrenden Komfort. Nach dem Essen kann man draußen im Garten unter einem Dach tausender funkelnder Sterne noch ein wenig ins Staunen kommen, bevor es zu Bett geht.

Tagesetappe: ca. 325 km

(ca.45 km nicht asphaltiert)

12. Tag: Aus der Pampa hinein in die mystische Bergwelt der Anden

Morgens sollten wir es sehr zeitig schaffen, auf die Motorräder zu kommen, denn es stehen noch ca. 190 Kilometer völlig gerade monotone Strecke durch die Pampa auf dem Programm. Wir fahren den ganzen Tag durch diese äußerst interessante, weil vegetationsarme Steppe, die uns aufgrund ihrer reglosen Stille ganz in ihren Bann zieht. Rechts von uns sehen wir zunächst die grandiose Andenkette in der Ferne, bis wir nah genug an sie herankommen, um die Schneefelder und einzelne bizarre Gipfel ausmachen. Nach etwa 200 Kilometern geht es nach rechts ab in Richtung Fitz-Roy-Massiv, welches wir schon seit einiger Zeit zackig in den Himmel ragen sehen konnten.

Nach der ca. 90 Kilometer langen Fahrt auf asphaltierter Straße entlang des grünlich schimmernden Lago Viedma entfernen wir uns immer weiter aus dem ewigen Flachland der Pampa und tauchen ein in die fantastische Bergwelt der Anden.

Wir erreichen El Chaltén, den Ausgangsort für alle Arten von Abenteuer- und Aktiv-Tourismus, die zum weltberühmten Fitz-Roy-Massiv führen.

Je eher wir in dem völlig abgelegenen Städtchen El Chaltén ankommen, je besser steht die Chance auf freie Sicht auf das grandiose Fitz-Roy-Massiv, welches sich bis zu 3405 Meter geradewegs in den patagonischen Himmel reckt.

Tagesetappe: ca. 290 km

(ca. 125 km nicht asphaltiert)

13. Tag: Aus dem Sattel auf Schusters Rappen...

Heute verlassen wir uns zur Abwechslung mal wieder auf die eigenen Beine und marschieren volle zehn Stunden bis an den Fuß des Fitz-Roy und wieder zurück- und das alles mit nicht mal einer Pferdestärke.

Keine Panik, es geht auch kürzer! Die kürzeste Trekking-Strecke mit dem verhältnismäßig höchsten Ausmaß an Aussicht dauert etwa 3 bis 4 Stunden hin und zurück. Und die lohnt sich allemal! Denn näher kommt man der Natur sicher nicht als per pedes... (Es sei denn auf dem Rücken eines Pferdes. Ausritte können vor Ort organisiert werden.) Dann gibt es da noch eine „Faulenzer-Variante“, die einem in grad mal einer Stunde hin und zurück das ganze Panorama liefert. Wenn der Himmel wolkenfrei ist…

Natürlich ist auch eine komplette Pause erlaubt. Einmal ein einziger Tag ganz ohne atemberaubende Ereignisse kann auch recht erholsam sein. Heute gilt, wie übrigens bei allen Doppelübernachtungen: Jeder wie er mag.

14. Tag: Vom grandiosen Fitz-Roy-Massiv zum legendären Lago Argentino Nach der asphaltierten Uferstraße entlang des herrlich türkis leuchtenden Lago Viedma liegt wieder ein kleines Stückchen Ruta 40 und die endlos ausgedehnte Pampa vor uns. Doch auch diese Etappe hat einiges zu bieten, denn bei gutem Wetter begleitet uns rechter Hand über die gesamte Strecke die fantastische Aussicht auf die Anden. Bis sich plötzlich der wunderschöne Lago Argentino in seiner tiefblauen Pracht vor der herrlichen Bergkulisse präsentiert. Auf der gegenüberliegenden Seite erahnt man schon den kleinen Ort El Calafate, das Zentrum der Region. Dort übernachten wir.

Tagesetappe: ca. 220 km

(alles asphaltiert)

15. Tag: Von El Calafate zu den Torres del Paine

Nach dem Frühstück geht es gleich wieder zurück in die Pampa. Die ersten 100 Kilometer sind bestens asphaltiert und schrauben sich zunächst hoch auf die Hochebene Meseta Vizcachas. Die Aussicht von hier oben, der Abrisskante der Meseta, auf die endlose Pampa, den Lago Argentino und dahinter die majestätischen Anden ist einfach atemberaubend.

Mit grobem Schotter für die nächsten 70 Kilometer geht es weiter. Doch besser als auf dieser Grande Dame aller Weltstraßen, das wissen wir bereits, kann man die argentinische Pampa nicht erfahren. Ab der völlig einsam in der weiten Ebene gelegenen Tankstelle von Tapi Aike gibt sich die 40 dann wieder ganz mondän und kleidet sich für die nächsten ca. 70 Kilometer in Asphalt, bevor sie kurz vor der chilenischen Grenze wieder ganz die Alte wird.

Gleich nach der argentinischen/chilenischen Grenzabfertigung gelangen wir beim kleinen Grenzstädtchen Cerro Castillo in den legendären Nationalpark Torres del Paine. Wenn auf der staubigen Fahrt hinein das erste Mal diese gigantischen granitenen Türme der Torres del Paine (Torres = Türme) bis zu 2400 Meter hoch ins Blickfeld rücken, dann hält ein jeder sofort inne. So majestätisch strecken sie sich in den stürmischen südchilenischen Himmel mit ihren schroffen Spitzen, die, um das Ensemble noch attraktiver zu machen, ganz oben von einer schwarzen Lavaschicht bedeckt sind. Der Lago Sarmiento liegt tiefblau zur Linken und gleich hinter der ersten Kuppe könnte mit etwas Glück eine Herde Guanacos auf uns warten, die an dieser Stelle gerne weiden.

Von nun an hält uns die Schönheit des Nationalparks mit seiner in allen Farben schillernden Natur wie gefangen. Wir über-nachten innerhalb des Nationalparks.

Tagesetappe: ca. 300 km

(ca. 180 km nicht asphaltiert)

16. Tag: Zurück nach El Calafate

Heute müssen wir gleich nach etwa 70 Kilometer spannender Schotter-strecke zurück nach Argentinien. Da die Grenzer uns nun schon vom Vortag kennen, hoffen wir mal auf eine schnellere, weniger bürokratische Einreise. Heute verläuft der Tag wie der Tag 17, aber sozusagen genau anders herum, bis wir wieder El Calafate erreichen.

Obwohl es die gleiche Strecke ist, wird manch einer überrascht sein, wie unterschiedlich diese sich gibt, wenn man sie in die andere Richtung fährt.

Zurück in El Calafate beziehen wir unsere Zimmer in der gleichen gemütlichen Hosteria für die nächsten zwei Nächte.

Tagesetappe: ca. 300 km

(ca. 180 km nicht asphaltiert)

17. Tag: Zum Gletscher Perito Moreno

Hin zu einem der mächtigsten Gletscher der Erde, dem Perito Moreno. Über 25 Kilometer lang ist er mit einer Zunge, die sich 5 Kilometer breit mit der Spitze bis auf die gegenüberliegende Landmasse schiebt. Und zwar sage und schreibe bis zu zwei Meter am Tag. Klar, dass man bei dieser enormen „Geschwindigkeit“ den bis zu 60 Meter über die Wasseroberfläche ragenden Gletscher mehrmals am Tag kalben sieht und hört.

Für diejenigen, die direkten Kontakt mit dem Gletscher suchen, kann eine leichte Besteigung organisiert werden. Gegen 15:30 Uhr legt das Boot ab und bringt die Mini-Trekker an den Rand des Eisfeldes. Mit Eisschuhen geht es dann direkt hinein in die bizarre, kalte Welt des ewigen Eises. (Hierfür ist es sehr wichtig, diese Exkursion bei Interesse schon vor der Tour bei uns zu buchen, denn diese Touren sind in der Regel sehr schnell ausgebucht! Für Bootsfahrt und MiniTrekking und etwa 1,5 Stunden auf dem Gletscher werden 135 Euro verlangt. Die Argentinier haben eine Altersobergrenze von 65 angesetzt.)

Alle anderen können den Gletscher auf dem angelegten Panoramaweg nach eigener Lust und Laune bestaunen, denn der Weg zum Hotel zurück ist sehr leicht zu finden, so dass es heute keinen verbindlichen Tagesablauf geben muss. Man trifft sich dann abends im Hotel zum Abendessen wieder.

Tagesetappe: ca. 156 km

18. Tag:

Don’t cry for me Argentina Der Vormittag steht zur freien Verfügung. Dazu könnte auch der etwas ausgedehntere Morgenschlaf mit spätem Frühstück gehören. Falls man den Abschied ein wenig zu engagiert gefeiert hat. Ansonsten bietet sich El Calafate hervorragend für letzte Einkäufe von Souvenirs und Geschenken an. Rückflug von El Calafate.

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Anreise: Die Flüge sind im Reisepreis nicht inbegriffen. Gerne unterbreiten wir Ihnen hierzu jedoch ein Flugangebot, sobald die Mindestteilnehmerzahl erreicht ist. Sollten Sie Ihre Flüge selbst buchen wollen, teilen Sie uns bitte Ihre Flugzeiten mit und erkundigen Sie sich vor der Buchung in jedem Fall nach dem Zustandekommen der Reise, da Ihnen sonst hohe Stornokosten entstehen können.

Einreise: Teilnehmer mit bundesdeutschem Reisepass brauchen für die Einreise kein Visum. Der Reisepass muss noch 6 Monate gültig sein. Teilnehmer anderer Nationalitäten erkundigen sich bitte selbst bei ihrer oder der chilenischen bzw. argentinischen Botschaft nach speziell geltenden Einreisebedingungen oder rufen uns an. Wir erkundigen uns dann für Sie.

Besonderheiten: Mit Ihrer verbindlichen Buchung benötigen wir Ihre Reisepass-Nummer und Ihre Staatsangehörigkeit.

Die Motorräder: In Chile stehen uns Yamaha XT 660 Viertakt-Enduros zur Verfügung. Es handelt sich bei diesem Modell um eine geländegängige, dennoch nicht unbequeme Enduro mit relativ niedriger Sitzhöhe und Elektro-Starter. Sie ist nicht zuletzt durch ihr geringes Gewicht besonders handlich und wendig - kurz: für unsere Bedürfnisse bestens geeignet.

Anmerkung: Es handelt sich bei unseren Leihmaschinen nicht um neue Motorräder, sondern um gut erhaltene Gebrauchte, denen die Spuren der Reisen durch den patagonischen Staub und den brasilianischen Dschungel natürlich auch ein wenig anzusehen sind. Wir können jedoch garantieren, dass die Maschinen immer top gewartet sind und technisch absolut in Ordnung sind.

Darüber hinaus sind folgende Informationen zur Versicherung zu beachten:

Die Motorräder sind lediglich Haftpflichtversichert. In Südamerika ist es generell nicht möglich, für Motorräder eine Vollkasko-Versicherung abzuschließen.

Für den Fall des Totalschadens werden maximal 2.500 Euro berechnet. Diese 2.500 Euro sind per unterschriebenen Kautionsvertrag vor Abreise beim MOTORRAD action team zu garantieren. Für geringere Schäden werden die entsprechend verringerten Summen eingezogen – Bagatellschäden können einfacher vor Ort beglichen werden.

Die Schäden werden vor Ort von unserem Reiseleiter garantiert sehr fair bewertet. Zusätzlich wird das MOTORRAD action team treuhändlerisch über Ihre Kaution wachen.

Für einen Beule im Tank wird sicher nicht der ganze Tank sondern lediglich der resultierende Wertverlust oder die Arbeitszeit für die Reparatur, für einen abgebrochenen Kupplungshebel nur dessen Materialwert verrechnet.

Allerdings sind alle Schäden, besonders wenn sie über ein paar hundert Euro hinaus gehen, auch für unsere Partner finanziell nicht aufzufangen, zumal die Motorräder einen Gegenwert von 5.000 Euro darstellen und es in Brasilien keine Versicherung gibt, die diese Motorräder Vollkasko versichern würde. Das gesamte Risiko oberhalb der 2.500 Euro trägt deshalb unser Partner in Brasilien. Im schlimmsten Fall hätte unser Partner vor Ort bei einem Totalschaden einen Verlust in Höhe von 2.500 zu beklagen. Deshalb bitten wir um Verständnis für diese Maßnahme der Absicherung.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Selbstbehalt in Höhe der Kaution auch für nicht verschuldete Schäden, zum Beispiel durch Unfall mit einem Dritten, vom Mieter / Fahrer des Motorrades getragen werden muss.

Denn in Südamerika gilt ein sogenanntes No-Fault (keiner hat Schuld) -System, bei dem jeder seinen eigenen materiellen Schaden trägt. Lediglich Personenschäden an Dritten sind minimal versichert.

Straßenzustand: Überraschend viel guter Asphalt mit zunehmender Tendenz. In Chile und Argentinien wird viel gebaut. Jedoch sind immer noch zirka 40 % der Strecke meist gut ausgebaute Schotterpisten.

Bekleidung: Motorradbekleidung einschließlich Helm bringen Sie bitte selbst mit.

Gepäck: Das Gepäck wird im Begleitfahrzeug mitgeführt. Eine komfortable große, relativ weiche Reisetasche ist besser als ein Hartschalen-Koffer im Fahrzeug zu verstauen.

Fahrerlaubnis: Zur Teilnahme ist eine gültige Fahrerlaubnis notwendig. In Chile und Argentinien ist für Ausländer der internationale Führerschein gesetzlich vorgeschrieben und unbedingt erforderlich.

Fahrkönnen: Ein Motorrad sollte sicher beherrscht werden und das Fahren auf Schotter grundsätzlich kein Problem darstellen. Anfängliche Unsicherheiten verlieren sich, wenn man sich erst einmal an den losen Untergrund gewöhnt hat.

Der Tagesablauf: Normalerweise beginnt ein Reisetag beim MOTORRAD action team um 8 Uhr morgens mit dem Frühstück. Um zirka 9 Uhr, nach einem kurzen Briefing durch den Reiseleiter, geht es dann auf zum nächsten Tagesziel. Mittags- und Kaffeepausen werden selbstverständlich nicht fehlen, aber eben nur dort, wo es die Infrastruktur auch zulässt. Zwischen 17.00 und 19.00 Uhr erreichen wir in der Regel das nächste Hotel. Abendessen wird zwischen 20.00 und 21.00 Uhr serviert. Und das ist in Südamerika schon sehr früh!

Hotels: Die Hotels, in denen wir übernachten, haben einen guten bis sehr guten Standard, der für diese Reise durch ein wenig zivilisiertes Land positiv überrascht. Die Estancias und Hüttenanlagen sind dagegen naturgemäß rustikal ausgestattet. Bitte beachten Sie, dass gerade auf den Estancias und in den Hütten keine echten Einzelzimmer zur Verfügung stehen, manchmal muss man sich da ein Bad mit anderen teilen.

Küche: Die traditionelle Küche hat zwei Seiten. Die Meeresfrüchte auf der einen und die deftigen Fleischgerichte auf der anderen. Dutzende von frischen Austern laden neben gigantischen Fleischportionen vom halben Ochsen oder ganzen Lamm am Spieß zum Schlemmen und Schmausen ein. Hier kommt gewiss jeder auf seine Kosten.

Klima: Gemäßigtes Küstenklima (in etwa unserem Sommerwetter vergleichbar), weiter gegen Süden immer stärker mit dem nordskandinavischen Wetter vergleichbar (durch den Humboldtstrom relativ kühl)

Zeit: Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und Santiago de Chile beträgt im chilenischen Sommer genau vier Stunden. Auch in Argentinien bleiben wir der chilenischen Zeitzone treu.

Besonderheiten: Wildes Land mit wenig Zivilisation, kein Luxus.

Gesundheit: Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (www.rki.de).

Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, ggf. auch gegen Pertussis, Mumps, Masern Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.

Als Reiseimpfung wird zudem Hepatitis A empfohlen. Vor einer Reise nach Chile und Argentinien wird eine individuelle Beratung durchTropen- bzw. Reisemediziner empfohlen; zu Beratungsstellen siehe auch www.dtg.org