Selbstfahrerreise Route des Grandes Alpes

Die Route des Grandes Alpes zählt zu den Klassikern und gehört natürlich auch zu unserem Motorradurlaub "Französische Alpen".

Preise

Preise
pro Fahrer(in) €1.098,00
Mit- / Beifahrer(in) im Doppelzimmer €549,00

Leistungen

Leistungen
6 Übernachtungen mit Frühstück
Motorradreiseführer mit Streckenbeschreibung und GPS-Daten
Nicht inklusive
Getränke, Mahlzeiten außer den o.g. genannten Inklusivleistungen
Reiseleitung
Motorrad
Benzin
Mautgebühren
Reise-Rücktrittskosten-Versicherung
Alles, was nicht unter Leistungen angegeben ist

Mehr Details

Mehr Details
Gesamtstrecke: ca.1435 KM
Tageskilometer: ca. 120 – 300 km (350 KM)
Besonderheiten: Individualtour für Selbstfahrer
Straßenzustand: alle asphaltiert, manchmal jedoch auch in schlechtem Zustand.
Motorräder: Ein Navigationsgerät ist für das Aufspielen der GPX. Dateien erforderlich
Streckenführung: Kurvenreich, anspruchsvoll
Fahrkönnen: Das Motorrad sollte auf kurvigen Strecken / Spitzkehren sicher beherrscht werden.
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Die Anreise sowie Heimreise erfolgt selbst organisert.
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Mobilität: Das Angebot ist nicht für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Für nähere Informationen kontaktiere uns bitte.

Diese Tour ist in vielerlei Hinsicht speziell auf die Bedürfnisse von Harley- und Cruiser-Fahrern abgestimmt, vor allem in Bezug auf Tempo und Länge der Etappen.

Sie startet am Genfer See und führt über 21 wunderschöne Alpenpässe. Nach rund 685 Kilometern endet der kurvige Höhenflug dann in Menton am Mittelmeer. Den absoluten Höhepunkt bildet mit 2770 Metern der Col de l´Iseran. Er ist höchste asphaltierte Straßenpass der Alpen.

Aber auch der Rückweg hat einiges zu bieten: Ein Stück entlang der Côte d’Azur und über die Route Napoléon durch die Verdonschlucht geht es in die Lavendelfelder der Provence. Ein kleiner Abstecher zurück in die französischen Alpen sorgt dabei für reichlich Abwechslung und jede Menge Fahrspaß.

Tourbeschreibung zur dieser Selbstfahrer-Motorradreise:

Route de Grandes Alpes (277 Km)

Gleich am ersten Tag starten wir mit den ersten 6 Pässen der Route des Grandes Alpes. Zunächst holen wir uns das nötige Urlaubsfeeling am Genfer See und starten dann langsam mit einer maximalen Höhe von 1650 Metern. Vor uns liegt eine abwechslungsreiche, jedoch für den ersten Tag noch nicht allzu anspruchsvolle Etappe. Ideal zum Eingewöhnen, bevor es richtig in den hochalpinen Bereich geht.

Genfer See

Gleich nach dem Frühstück brechen wir Richtung Genfer See auf, passieren bereits nach 25 Km die Schweizer Grenze und steuern geradewegs auf den wunderschönen Genfer See zu. Von Lausanne aus geht es am Ufer entlang bis nach Thonon-les-Bains, wo die Route de Grandes Alpes beginnt. Vorab legen wir aber noch eine kurze Pause in Montreux ein. Montreux ist ein wunderschöner Kurort am Genfer Sees mit einem milden mediterranen Klima. Die Uferpromenade ist mit Palmen gesäumt und unweigerlich stellt sich hier sofort ein Urlaubsfeeling ein. Der ideale Auftakt für unsere Motorradreise über die Route de Grandes Alpes. Außerdem ist die Bronzestatue von Freddie Mercury an der Uferpromenade, die ihm 1996 zu Gedenken errichtet wurde, absolut sehenswert. Montreux war nämlich die Wahlheimat des bekannten Sängers der Musikgruppe „Queen“.

„We are the Champions“ werden auch wir nach der Tour singen können, denn immerhin werden wir über die höchsten Pässe der Alpen fahren und genau da geht es jetzt auch weiter: Wir passieren die Grenzstation am Genfer See in Saint Gingolph und befinden uns wenige Kilometer am Beginn der Route de Grandes Alpes in Thonon-Les-Bains.

Route de Grandes Alpes

Col de Gets und Col du Châtillon-sur-Cluses

Ab jetzt werden uns bis nach Menton an der Côte d’Azur immer wieder die Schilder mit der Aufschrift „Route des Grandes Alpes“ begleiten. Bereits zu Beginn jagt ein Pass den nächsten und so erreichen wir recht schnell den Col des Gets. Mit 1172 Metern noch kein Riese und zudem auch ein sehr unscheinbarer Pass, denn die Passhöhe liegt mitten im Ort Les Gets auf einem flachen Sattel.

Auch der Col de Châtillon mit 741 Metern ist nicht wirklich erwähnenswert, muss aber auf der Strecke zum Col de la Colombiére mitgenommen werden. Mit gerade mal 250 Höhenmetern ist die Strecke auf breit ausgebauter Verbindungsstraße total uninteressant, jedoch folgt kurz darauf die Belohnung.

Col de la Colombière

Der Col de la Colombière ist zwar auch mit 1613 Höhenmetern noch kein Riese, weist aber immerhin schon Hochgebirgscharakter auf und lässt erstes Alpenfeeling aufflackern. Die Passhöhe ist von den schroffen Gipfeln des Bornes-Massivs umgeben und bei der Abfahrt hat man einen schönen Blick auf die felsige Aravis-Kette am Horizont. Die Hütte auf der Passhöhe lädt zum Verweilen ein und auch wir werden hier eine kleine Kaffeepause einlegen und das erste richtige Alpenpanorama auf uns wirken lassen.

Col de Saint-Jean-de-Sixt

Vom Col de la Colombière geht es direkt zum nächsten Pass, jedoch ist der Col de Saint-Jean-de-Sixt (956 Meter) ein Ort, der oft gar nicht als Pass erkannt wird. Er verfügt aber über ein Passschild, welches vom zentralen Kreisverkehr des Ortes ein paar Meter in nördlicher Richtung versteckt steht. Dies ist vielleicht auch der Grund, weshalb kaum jemand den Ort als Pass bezeichnet und auch wir nehmen diesen lediglich im Durchfahren auf dem Weg zum Col des Aravis mit.

Col des Aravis

Der Col des Aravis ist 1487 Meter hoch und bildet mit der Aravis-Kette den höchsten Gebirgszug der Savoyer Voralpen. Die Passhöhe mit Souvenirshop und Gasthof ist sehr touristisch. In einer kleinen Steinkapelle können Kerzen angezündet werden. Da die Passhöhe nur ca. 36 Km vom Col de la Columbiére entfernt liegt, machen wir hier nur einen kurzen Stopp und fahren gleich weiter zum nächsten Col.

Col des Saisies

Der Col des Saisies ist mit 1650 Metern der erste Hochalpenpass der Route des Grandes Alpes. Allerdings ist davon nicht viel zu bemerken, da auch hier die Passhöhe ein flacher Sattelt knapp vor dem Zentrum des Ortes Les Saises ist.

Hinter uns liegen nun die ersten 277 Kilometer und bereits die ersten 6 Pässe der Route des Grandes Alpes. Zur Einstimmung und für den ersten Tag genug und somit bleiben wir die erste Nacht in Les Saises auf 1650 Metern. Les Saises ist ein Skiort, mit verschiedenen Restaurants und Bars, ideal um den ersten Tag gemeinsam ausklingen zu lassen und eine gute Möglichkeit sich langsam an die Höhe zu gewöhnen, denn in den nächsten Tagen geht es nur noch hoch.

l’Iséran und Galibier (275 KM)

Heute erwarten uns die Riesen der Alpen. Vor uns liegen 240 Km und 2770 Höhenmeter. Ein Highlight wird heute das nächste jagen. Uns erwarten heute 6 weitere Pässen und darunter die Nummer eins, nämlich der Col de l’Iséran mit 2770 Metern.

Cormet de Roselend

Der Cormet de Roselend verbindet Albertville mit Bourg St. Maurice und bietet landschaftlich sehr viel Abwechslung. Durch bewaldetes Gebiet erreichen wir den Vorpass Col de Méraillet, der auf 1605 Metern am Ende des bewaldeten Abschnitts liegt. Das Passschild steht auf einer großen T-Kreuzung und ist eher unspektakulär. Wir biegen nach links ab und wenige Meter weiter bietet sich uns ein atemberaubender Blick auf den Lac de Roselend (1533 Meter). Am Rande des Sees liegt ein kleines Refugium. Hier machen wir eine kurze Pause, um dieses einzigartige Bergpanorama auf uns wirken zu lassen. Vom See bis zum Pass ist es nur noch ein Katzensprung. Die Landschaft zur Passhöhe ist karg alpin und führt neben dem Lauf der springenden Neuva vorbei.

Val-d´Isére

Von Bourg St. Maurice nehmen wir die Anfahrt des Col de l´Iséran in Angriff. Die Anfahrt sowie auch Abfahrt ist insgesamt 61 Km lang. Wir passieren auf der Anfahrt den Lac du Chevril, der landschaftlich ein ähnliches Bild wie der Lac de Roselend bietet. Allerdings handelt es sich bei dem Lac du Chevril um einen Stausee. Die Tignes-Talsperre liegt nahe dem Wintersportort Tignes und staut die Isére zum Lac du Chevril auf, in dem 1952 das alte Dorf Tignes verschwand. Kurz darauf erreichen wir Val-d´Isére, ein Skiort aus der Retorte. Hier sind Ferien-Chalets im gleichen Baustil aneinandergereiht auf den Berg gesetzt worden. Absolut sehenswert und durch den einheitlichen Baustil unglaublich chic.

Col de l’Iséran

Wir nähern uns jetzt immer mehr unserem eigentlichen Ziel, dem Col de l’Iséran. Er ist mit 2770 Metern der höchste Pass der Alpen. Das Stilfser Joch, mit 2757 Metern liegt auf dem zweiten Platz. Will man noch höher hinaus, so ist dies beim Col de la Bonett möglich. Die Passhöhe liegt zwar nur auf 2715 Metern, aber durch eine Extraschleife um die Cime, erreicht man sage und schreibe 2802 Meter, womit dies der höchste anfahrbare asphaltierte Punkt der Alpen ist. Die höchste asphaltierte Straße der Alpen ist übrigens die Ötztaler Gletscherstraße in Österreich mit 2830 Metern.

Meist wird der Col de l´Iséran als letzter Pass geöffnet und schließt als erster wieder, womit das Zeitfenster, in dem er befahren werden kann, sehr kurz ist. Manchmal nur 8 bis 10 Wochen. Die Wahrscheinlichkeit in den Monaten Juli und August ist jedoch sehr hoch. Die Alternativroute führt über den parallel gelegenen Col de Madeleine, welchen wir auf dem Rückweg mitnehmen werden.

Die Abfahrt zieht sich genauso lange hin wie die Auffahrt, lässt sich aber gut fahren und bringt uns runter ins Tal, wo wir ein kleines Stück die Bundesstraße nehmen, um die nächsten Pässe der Route de Grandes Alpes in Angriff zu nehmen. Für uns geht es heute nämlich noch einmal hoch hinaus.

Col du Télégraphe

Zunächst nehmen wir den Col du Télégraphe auf 1566 Metern als Vorpass des Col du Galiblier mit. Seinen Namen hat er von dem Telegraphen-Turm, der auf einer Klippe in der Nähe des Passes stand. Auch hier lädt wieder eine Hütte zum Verweilen ein, jedoch machen wir nur eine kurze Pause und setzen gleich die Auffahrt zum Col du Galiblier fort.

Col du Galiblier

Der Col du Galiblier ist mit 2645 Metern der fünfthöchste asphaltierte Alpenpass (nach I´Iséran, Stilfser Joch, Agnel, La Bonett) und mit seiner grandiose Alpenkulisse landschaftlich ein absolutes Highlight. Bei klarer Sicht kann man sogar das Mont Blanc Massiv von der Passhöhe aus sehen. Wenn auch nicht der höchste Pass, so ist er für mich einer der Schönsten.

Die Abfahrt führt uns über den Col du Lautaret, der auf 2058 liegt und lediglich ein Verbindungspass auf überbreiter Straße ist und somit im Durchfahren mitgenommen wird.

Von hier aus ist es auch nicht mehr weit bis zu unserer heutigen Unterkunft, wo wir den Tag ausklingen lassen und die Eindrücke des Tages Revue passieren lassen.

Panorama Grandes Alpes (200 KM)

Es geht weiter durch die die französischen Alpen. 4 tolle Alpenpässe und 180 Kilometer Alpenpanorama stehen heute auf dem Programm. Von kargen Wüstenlandschaften, schroffen Felsen bis hin zu wilder Romantik und idyllischen Seen ist heute alles dabei.

Col d´ Izoard

Bereits nach einer Stunde stehen wir am frühen Morgen schon wieder auf der nächsten Passhöhe in den französischen Alpen auf 2360 Metern und zwar dem Col d´ Izoard. Auch er reiht sich in die Pässeliste der Route de Grandes Alpes ein, wobei er verkehrsmäßig keine große Bedeutung hat, da es durch das Durance-Tal eine gute Alternativstrecke gibt. Im unteren Teil ist er bewaldet, jedoch im oberen Teil bietet sich uns eine grandiose Serpentinenstrecke in zerklüfteter und wilder Felslandschaft dar. Auf der Passhöhe befinden sich ein großer Obelisk und ein kleiner Souvenirladen, ansonsten wirkt alles eher wie eine Wüstenlandschaft. Besagte Wüstenlandschaft setzt sich bei der Abfahrt fort, es ist die „Casse déserte“. Absolut beeindruckend und landschaftlich gesehen ist der Col d´ Izoard abwechslungsreich wie kein anderer Pass.

Col de Vars

Fast nahtlos schließt sich der Col de Vars an, der die Anbindung zum Col de la Bonette oder auch Col de la Cayolle in den französischen Alpen darstellt. Wir folgen im Tal ein kleines Stück der Guil, die direkt neben uns sich ihren Weg durch zerklüftete Felsen bahnt, bevor es in Guillestre mit 8% Steigung hinein in herrliche Rechts-Links-Kombinationen sowie Spitzkehren geht. Die Passhöhe auf 2109 Meter ereichen wir recht schnell. Oben erwartet uns eine kleine Hütte, wo wir für eine kleine Pause einkehren.

Die Abfahrt weist sogar 10 % Gefälle auf, geht aber recht fix und bringt uns nach Jausiers, einem Ort, mit dem ich eine ganz besondere Geschichte verbinde, die ich Euch auf der Reise erzählen werden. In der Ecke sind wir bereits schon zweimal unfreiwillig gestrandet.

Col de la Cayolle

Planmäßig geht es aber für uns weiter zum Col de la Cayolle. In den französischen Alpen führen drei parallel verlaufende Zweitausender-Pässe aus dem Ubaye-Tal nach Süden: Der Col d´Allos mit 2240 Metern, der Col de la Cayolle mit 2326 Metern und der Col de la Bonette mit 2715 Metern. Sie stellen den Übergang in die niedrigeren provenzalischen Seealpen dar. Die klassischen Route de Grandes Alpes führt durch die französischen Alpen über den Col de la Cayolle. Er ist zwar auf den ersten Blick nicht so beeindruckend wie die höheren Pässe mit bizarrer Felsenszenerie, jedoch besticht er mit Ruhe und wilder Romantik. Die Straße ist zugegeben nicht die Beste, dennoch lohnt es sich die etwas hubbelige Fahrt auf sich zu nehmen.

Col de Valberg

Der Col de Valberg verbindet auf 1672 Metern die Orte Guillaumes und Beuil und ist ähnlich wie der Col des Saises mehr Ort als Pass, bietet uns aber eine gute Möglichkeit den Tag ausklingen zu lassen.

Seealpen und Côte d’ Azur (175 Km)

Heute erwarten uns die provenzialischen Seealpen und die Côte d’ Azur. Die Landschaft ändert sich schlagartig, das Klima wird milder und am Tagesende werden wir den Ausblick auf das Mittelmeer an der Côte d’ Azur genießen. Vorher haben wir aber noch 4 weitere Pässe zu bestreiten.

Col de la Couillole und Col Saint Martin

Der erste ist am heutigen Tag der Col de la Couillole. Er ist ein Verbindungspass auf 1678 Metern zwischen dem Col de la Cayolle und dem Col de la Bonette und bietet die Möglichkeit für eine schöne Rundtour. Uns bringt er allerdings weiter zum Col Saint Martin. Auf 1500 Metern Höhe bildet er den Übergang von Tinée- zum Vésubie-Tal. Zwei an sich nicht sonderlich spektakuläre Pässe, dafür ist die Strecke aber an sich sehr schön und besticht durch tolle Rechts-Links-Kombinationen.

Col de Turini

Der vorletzte Pass der Route des Grandes Alpes ist der Col de Turini mit 1607 Metern in den provenzialischen Seealpen. Bekannt ist er durch die Rallye Monte Carlo ge­wor­den. Uns erwartet eine kurvenreiche Bergstrecke. Besonders die Abfahrt besticht mit 15 km Serpentinen und imposanten Stütz­mau­ern sowie weiteren schönen Highlights am Wegesrand.

Col de Castillon

An den Col de Turini schließt sich der Col de Castillion mit 1706 Metern an. Es ist der letzte Pass der Route de Grandes Alpes. Er liegt zwischen Sospel und Menton und stellt quasi das letzte Hindernis auf dem Weg zur Côte d’ Azur dar. Auf der Passhöhe und in der Gegend verteilt befinden sich Forts der Grenzbefestigung aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, woher der Col auch seinen Namen hat.

Côte d’ Azur

Schon während der Abfahrt vom Col de Castillion tauscht am Horizont das blaue Mittelmeer auf. Die Temperaturen ändern sich schlagartig, leider der Verkehr auch. Wir nehmen die Straße oberhalb von Monaco und haben einen herrlichen Panoramablick auf Monaco. Als Gruppe werden wir nicht nach Monaco reinfahren, da dies die übliche Verkehrslage nicht erlaubt. Für die, die aber gerne nach Monaco auf eigene Faust möchten, finden wir sicherlich eine individuelle Lösung, da unser Hotel für diese Nacht an der Côte d’ Azur in der Nähe von Nizza liegt. Hier lassen wir mit Blick aufs Mittelmeer den Tag ausklingen.

Verdonschlucht und Provence (300 Km)

Nach einem Frühstück an der Côte d’Azur brechen wir heute in die nächste Etappe auf. Es geht über die Route Napoléon in die wunderschöne und einzigartige Verdonschlucht. Vor uns liegen 260 Km, die trotz weiterer 5 Pässe keine große Herausforderung darstellen, landschaftlich aber dennoch viel zu bieten haben, auch wenn es heute mal nicht so hoch hinaus geht.

Route Napoléon

Als Route Napoléon wird die Straße bezeichnet, die Napoléon vom Mittelmeer mit seinen Truppen bis nach Grenoble zurücklegte, nachdem er, um die Macht zurückzuerobern, von Elba aus in Südfrankeich gelandet war. Diese französische Nationalstraße wird auch als N85 bezeichnet. Sie ist 335 km lang und wurde von Napoléons Truppe gerade mal in 7 Tagen zurückgelegt. Die Straße ist durch Schilder markiert und auch wir werden immer mal wieder in Teilstücken über diese berühmte Route fahren.

Die Pässe

Der Col du Pilon ist nach Grasse der erste Pass auf der Route Napoléon. Die Passhöhe liegt auf gerade mal 782 Metern auf einer gut ausgebauten Straße. Der zweite Pass ist der Col de la Faye auf 1019 Metern. Die Passhöhe ist kahl und hat einen großen Parkplatz, von dem man einen herrlichen Ausblick über die Montagne d’Ardèche hat. Fahrtechnisch ist dieser Pass sehr angenehm, da auch er auf einer sehr breiten Straße liegt. Nummer drei ist der Col de Val Ferrière mit 1169 Metern und Nummer vier der Col de Luens mit 1054 Metern. Der letzte Pass des heutigen Tages liegt bereits in der Verdonschlucht und ist der Col d’Ayen mit 1032 Metern. Allesamt stellen kein besonderes Highlight am heutigen Tag dar und werden mehr oder weniger im Durchfahren mitgenommen, denn das heutige Tages-Highlight ist die Verdonschlucht.

Verdonschlucht

Die Verdonschlucht ist 20 Km lang und 700 Meter tief. Neben der Tara-Schlucht in Montenegro ist es der größte Canyon Europas. So besonders macht ihn aber nicht allein seine Größe, sondern die türkise Farbe des Wassers der Verdon. Das interessanteste Stück der Verdonschlucht liegt zwischen der Stadt Castellane und der Galetas-Brücke. Kurvenreich geht es an Felsen mit einer atemberaubenden Aussicht vorbei bis runter zur Galetas-Brücke, die auch wir ansteuern, obwohl sie nicht direkt auf unserer Route liegt, aber ein absolutes Muss ist, wenn man einmal hier ist.

Moustiers-Sainte-Marie

Ca. 4 Km oberhalb der Verdonschlucht liegt der Ort Moustiers-Sainte-Marie. Er ist einer der Bilderbuchorte der Provence. Schmale Gassen, Steinhäuser in provenzialischem Stil, ein Bach, der mitten durch den Ort fließt sowie oberhalb auf dem Berg die Wallfahrtskapelle Notre-Dame-de-Beauvoir verleihen dem Ort, der geradezu in den Felsen gehauen zu sein scheint, einen ganz besonderen Flair. Diesen lassen wir bei einer kleinen Kaffeepause auf uns wirken bevor wir uns wieder auf machen, um bei Châteauredon zurück auf die Route Napoléon zu gelangen.

Demoiselles Coiffées

Dieser folgen wir durch die wunderschöne Provence bis zum Lac de Serre-Ponçon, wo uns die „Demoiselles Coiffées“ erwarten. „Demoiselles Coiffées“ heißt übersetzt „Damenfrisuren“, weil diese Gebilde aus Mineralskulpturen nahe des Lac de Serre-Ponçon aussehen wie Säulen mit Frisuren. Ca. 100 dieser felsigen Säulen verstecken sich hier. Ein paar davon sehen wir von einem kleinen Parkplatz direkt an der Straße, die rund um den Lac de Serre-Ponçon führt.

Kurze Zeit später erreichen wir unser heutiges Etappenziel, bevor es am nächsten Tag noch einmal hochhinaus geht.

Cols, Seen und Heimreise (263 Km)

Unsere vorletzte Etappe bringt uns noch mal auf 2000 Metern bevor es runter zum Lac d´Annecy geht. Hier müssen wir langsam Abschied von den Grandes Alpes nehmen. Nach 300 Tageskilometern lassen wir den Tag am Lac d´Annecy ausklingen, bevor wir am nächsten Tag unsere letzte Etappe von beschaulichen 200 Km zurück nach Pontarlier antreten.

Col du Glandon

Vom Lac de Serre-Ponçon geht es zurück auf die Route Napoléon. Vor uns liegen 300 KM und unser heutiges Etappenziel ist der der wunderschöne Lac d´Annecy. Zunächst steht aber der erst Col auf dem Programm. Den Col Bayard mit 1246 Metern nehmen wir beim Durchfahren mit, denn er liegt auf der Route de Napoléon. Ca. 40 Km vor Grenoble verlassen wir die Route Napoléon. Ab jetzt werden die Straßen wieder schmaler. Zur Auffahrt zum Col du Glandon passieren wir unterwegs den Col d´Ornon, der mit 1371 Metern und einer sehr schleichenden Anfahrt ohne Passschild niemandem überhaupt als Passhöhe auffallen würde. Wir kreuzen das nächste Tal und passieren die Gemeinde Oz.

Von Oz aus starten wir die Auffahrt zum Col du Glandon. Es ist keine schwierige Auffahrt, aber landschaftlich sehr schön und idyllisch. Da der Col du Gladon nicht zur klassischen Route de Grandes Alpes gehört und mit 1924 Metern auch nicht zu den Zweitausenders, ist es hier eher ruhig. Gleich zu Beginn überrascht er mit einem wunderschönen Stausee. Auf der Passhöhe erwarten uns eine kleine Hütte und manchmal eine Herde Ziegen. Wir mussten uns entscheiden, ob wir den Col D´Allos mit 2247 Metern in die Tour nehmen oder den Col du Gladon und uns ist die Entscheidung sehr leicht gefallen, denn wenn auch höher, ist die Straße zum Col D´Allos eher bescheiden und die Passhöhe recht enttäuschend.

Col de la Madeleine

Beim Col de la Medeliene, den wir direkt im Anschluss fahren, gab es keine Überlegung, denn der Col de Madeleine mit 1993 Metern ist zu Recht Dauergast bei der Tour de France. Auch er kann es eigentlich nicht mit den Riesen der Route des Grandes Alpes aufnehmen und verfehlt knapp die Zweitausendermarke, jedoch hat man auf den Schildern der Passhöhe einfach mal großzügig auf 2000 Meter aufgerundet. Auf beiden Seiten werden 1500 Höhenmetern überwunden und in dieser Hinsicht spielt er dann doch in der ersten Liga mit. Aber nicht dies ist der Grund, weshalb wir ihn ausgewählt haben, sondern weil auch er ein landschaftlicher Leckerbissen ist und außerdem der Ausweichpass zum Col L´Iseran, der ja nur in einem begrenzten Zeitraum befahren werden kann. Auf der Passhöhe erwarten uns gleich zwei größere Gastronomiebetriebe in sensationeller Alpenkulisse, die wir zur Pause und Stärkung nutzen. Von hier aus genießen wir einen grandiosen Ausblick auf das majestätische Montblanc-Massiv.

Lac D´Annecy

Der Col de la Madeleine war der letzte Alpenpass auf unserer Tour des Grandes Alpes. Recht zügig verlassen wir nun die Zweitausender. Gegen Abend erreichen wir den Lac D´Annecy, wo bereits unser Hotel auf uns wartet. Der Lac d’Annecy wird von Gebirgsflüssen mit Wasser in Trinkwasserqualität gespeist. Er gilt als der sauberste See Europas. Im gegenüberliegenden Steakhaus am See ist ein Tisch für uns reserviert und hier werden wir den Tag mit Blick auf den See ausklingen lassen.

Heimreise (200 Km)

Nach einem wunderschönen Abend am Lac D´Annecy und einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen auf der Terrasse, nehmen wir heute die letzte Etappe in Angriff. Sofern die Reisegruppe Lust hat, besteht die Möglichkeit einen Abstecher zum Harley-Davidson Händler in Annecy zu machen. Die weitere Rücktour führt über den Mont Saleve, dem Genfer Hausberg, mit einer grandiosen Aussicht auf den Mont Blanc und den Genfer See. Die letzten Kilometer führen kurvenreich durch das Jura-Gebirge, wo wir noch eine kleine Pause einlegen. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Ausgangshotel in Pontarlier. Ob die Heimreise noch am selbigen Tag angetreten wird oder erst am nächsten Tag nach dem Frühstück, obliegt jedem selber. Zimmer sind für alle reserviert und wir treten am Samstag nach dem Frühstück die Heimreise an.

Zurück zum Genfer See (ca. 115): Die Etappe vom Lac D´Annecy zurück zum Genfer See ist schnell gefahren. Es besteht die Möglichkeit vorab einen Abstecher zum Harley-Davidson Händler in Annecy zumachen und /oder zur Gorges du Fier. Alternativ kann auch der restliche Tag zur selbstorganisierten Heimreise vom Genfer See aus genutzt werden.