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MOTOURISMO Scouts Adventures (2): Kroatien Bike Cruise nach der Dinarischen Rallye

Nach der harten Dinarischen Rallye gönnen sich unsere Scouts eine Woche Luxus: kurvenreiche Küstenstraßen, Inselhopping und ein Kreuzfahrtschiff als schwimmendes Basislager – die Kroatien Bike Cruise im Erfahrungsbericht.

von Nikita Dashenko

Vom Schotter-Rausch zur Kreuzfahrt: Ein Auftrag zum Durchatmen

Nach der Dinarischen Rallye hätten wir schwören können, dass unsere Handgelenke nie wieder normal aussehen. Staub in jeder Pore, Schrammen an den Stiefeln, ein Grinsen, das sich erst nach zwei Tagen Schlaf wieder normalisiert hat. Und dann kommt die nächste Mission der Scouts Adventures: Kroatien, aber diesmal ohne Schotter, ohne Highspeed-Abstiege, ohne verbogene Fußrasten. Stattdessen: Asphalt, Meerblick und ein Schiff, das unser Gepäck trägt, während wir nur noch fahren müssen.

Klingt nach Urlaub? Ist es auch. Aber genau das macht uns nervös. Können zwei Scouts, die gerade noch durch bosnische Flusstäler gepflügt sind, überhaupt entspannen? Wir wollen es herausfinden – auf einer Motorradreise Kroatien, die als Bike Cruise völlig neue Regeln aufstellt.

Ankunft in Zadar: Wir und unsere Dreckspuren unter blitzendem Chrom

Der erste Kulturschock kommt schon auf dem Parkplatz. Unsere Enduros sehen aus, als hätten sie die letzten drei Wochen im Straßengraben verbracht – weil sie das im Grunde auch haben. Ringsherum: Harley-Davidson Pan America, Indian Roadmaster, BMW XR, poliert bis zum Anschlag. Wir schauen uns an und fragen uns leise, ob wir hier überhaupt reinpassen.

Patrick, der österreichische Guide und Kopf hinter dieser Kroatien Bike Cruise, nimmt uns die Sorge in Sekunden. Für ihn zählt nicht das teuerste Bike oder die schnellste Kurve, sondern das große Ganze: das Gefühl am Ende des Tages, die Leute am Tisch, der Blick aufs Meer beim Einschlafen. „Es geht um die gesamte Erfahrung“, sagt er, und wir spüren sofort, dass das hier keine Ego-Show wird.

Cappuccino oder Espresso? Das Prinzip hinter der Bike Cruise

Das Konzept ist so simpel wie genial: Ein kleines Kreuzfahrtschiff begleitet die Gruppe von Hafen zu Hafen, trägt das gesamte Gepäck und dient abends als schwimmendes Hotel samt Bar. Kein Kofferpacken, kein Zimmerwechsel, keine Parkplatzsuche vorm Hotel um 21 Uhr. Wir docken einfach mit dem Bike an, steigen aufs Schiff, und am nächsten Morgen wartet unser Gepäck exakt dort, wo wir es abgestellt haben.

Patrick teilt die Truppe in zwei Tempi: „Cappuccino“ für alle, die entspannt cruisen wollen, „Espresso“ für alle mit mehr Drehmoment im Handgelenk. Zwischen 200 und 250 Kilometer liegen täglich auf dem Tacho, verteilt über Küstenstraßen und Bergpässe. Ob wir uns morgens für die ruhige oder die zackige Gruppe entscheiden, spielt am Ende keine Rolle – spätestens beim Cappuccino-Stopp, beim Mittagessen oder beim Captain's Dinner sitzen wieder alle am selben Tisch. Genau dieses Prinzip – geführte Etappen mit fixem Ankerpunkt statt täglichem Kofferpacken – ist übrigens auch der Kern einer Motorradreise Kroatien mit Kreuzfahrt-Komfort, wie sie mittlerweile bei Motourismo buchbar ist: zwei Gruppen, ein Servicefahrzeug, jeden Abend ein neuer Hafen, aber immer dieselbe Kabine.

Kurven, Klippen, Kaffee: Die Küstenstraße zeigt, was sie kann

Sobald wir auf der Jadranska Magistrala unterwegs sind, verstehen wir, warum Kroatien für viele Biker die Königsdisziplin unter den europäischen Küstenstraßen ist. Butterweicher Asphalt schlängelt sich in engen, aber gut einsehbaren Kurven an der Steilküste entlang, während unten das Meer in einem Blau schimmert, das man eigentlich nur von Postkarten kennt. Weiße Kiesstrände tauchen zwischen den Felsen auf, dahinter liegen Inseln wie hingetupft am Horizont.

Kurvenreiche Küstenstraße entlang der kroatischen Adria bei Zadar

Immer wieder rollen wir durch kleine Fischerorte, wo Boote im Hafenbecken schaukeln und Cafés direkt am Wasser zum Anhalten einladen – was wir, ganz ehrlich, bei dieser Tour öfter tun als bei jeder Rallye zuvor. Dazwischen geht es kurz ins Hinterland, wo sich die Straße durch karges Karstgebirge zieht, bevor sie uns wieder zurück ans Wasser bringt. Dieser ständige Wechsel zwischen Meerblick und Bergpanorama ist genau das, was diese Motorradreise Kroatien so kurzweilig macht – nie zu lange dasselbe, aber nie hektisch.

Die Crew: Ralph, Alexandra, Herbert und Bruno

Was uns nach zwei Tagen klar wird: Diese Tour lebt genauso sehr von der Gruppe wie von der Strecke. Ralph und seine Frau Alexandra touren auf einer Triumph Tiger und erzählen abends am Deck von ihrer letzten gemeinsamen Reise nach Marokko. Herbert steuert eine feuerrote BMW XR und hat für jede Etappe eine passende Anekdote parat. Und dann ist da Bruno auf seiner Indian Roadmaster, der uns von seinen Solo-Weltreisen in den Achtzigern erzählt – und ganz nebenbei erwähnt, dass er als Nächstes von Alaska bis Feuerland will.

Wir, die eigentlich aus dem Rally-Camp mit Helmkopf und Staub in den Ohren kommen, fühlen uns nach dem dritten Abend längst nicht mehr wie Außenseiter. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Rallye und dieser Kroatien Bike Cruise: Dort kämpfst Du gegen die Strecke, hier verbringst Du die Etappe mit Leuten, die am Ende des Tages genauso gern ein Glas Wein am Deck trinken wie Du.

Kühlwasser, Regen und ein Guide, der nie in Panik gerät

Natürlich bleibt auch eine entspannte Tour nicht ganz ohne Drama. Am letzten Fahrtag, nur noch zwanzig Kilometer vor Rijeka, beginnt Lennarts Motorrad plötzlich Kühlflüssigkeit zu verlieren. Kein Grund zur Sorge, wie sich zeigt: Patricks Begleitfahrzeug ist innerhalb von Minuten da, verlädt Bike und Fahrer, und schon geht es weiter Richtung Abschlussdinner – während draußen der Himmel über Rijeka aufreißt und in Strömen zu regnen beginnt.

Genau dieser Moment bringt es für uns auf den Punkt: Diese Tour ist kein Abenteuer im rauen Sinn der Dinarischen Rallye, sondern ein durchorganisierter, luxuriöser Motorradurlaub – für alle, die ihre eigene Maschine lieben, aber auf Improvisation und Reparatur-Stress am Straßenrand verzichten wollen. Wer smoothen Asphalt, gute Küche und feste Strukturen schätzt, ist hier goldrichtig. Wer lieber selbst navigiert und von Insel zu Insel plant, findet mit einer Motorradreise Kroatien wie der Adria Inselrundreise über Cres, Krk, Pag und Brač eine ebenso reizvolle Alternative entlang derselben Küste.

Unser Fazit nach zwei Wochen Extremgegensatz: Sowohl die Dinarische Rallye als auch diese Bike Cruise gehören ins Scout-Logbuch – nur eben mit komplett unterschiedlichem Puls. Und falls Du uns fragst, welche der beiden Touren wir zuerst wieder buchen würden: Diesmal gewinnt eindeutig das Deck mit Meerblick.

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