Reiseinformationen Marokko für Motorradreisen

Alles, was du vor deiner Marokko-Tour wissen musst: beste Reisezeit, Einreise, Straßen und Pisten, Gesundheit und Packliste – aus Fahrer-Sicht.

Noch eine Frage zu Marokko?

Visum, Einreise, Saison oder Route – im Live-Chat antworten wir meist in unter 3 Minuten.

Das Wichtigste zu Marokko auf einen Blick

Stand: August 2026

Visum
Visumfrei bis 90 Tage (DE, AT, CH, EU)
Einreisestempel bis zur Ausreise aufbewahren
Reisepass
Mindestens 6 Monate über die Einreise hinaus
Beste Reisezeit
März bis Mai und September bis November
Währung
Dirham (MAD)
Geschlossene Währung, Ein- und Ausfuhr begrenzt
Zeitzone
UTC+1
Im Ramadan UTC+0
Verkehr
Rechtsverkehr
Helm & Schutzkleidung
Helmpflicht; Schutzkleidung nicht vorgeschrieben
Hauptachse
N9 Marrakesch, Ouarzazate, Zagora
Kraftstoff
Super 95 und Diesel flächendeckend, Super 98 selten
Intern. Führerschein
Empfohlen, für EU-Führerscheine nicht zwingend

Einreise

Einreise & Visum für Marokko

Für die meisten europäischen Pässe ist die Einreise formlos. Aufwendig wird erst das Motorrad.

Motorradreisende mit deutschem, österreichischem, Schweizer oder sonstigem EU-Pass kommen ohne vorab beantragtes Visum ins Land – der Aufenthalt darf bis zu 90 Tage dauern. Wichtig ist nur, dass der Reisepass bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Am Grenzposten erhältst du einen Einreisestempel; den dazugehörigen Beleg solltest du bis zur Ausreise nicht verlieren, sonst gibt es beim Verlassen des Landes Rückfragen.

Für das Motorrad selbst läuft ein eigenes Verfahren: Es wird unabhängig vom Personen-Visum an der Grenze registriert, befristet auf die Dauer deines Aufenthalts. Wer länger als drei Monate bleiben möchte, kann die Aufenthaltserlaubnis bei der Sûreté Nationale vor Ort verlängern – das Motorrad-Papier läuft separat und deutlich großzügiger mit. Ein internationaler Führerschein ist kein Muss, erspart an der Grenze aber Diskussionen. Prüfe die aktuellen Einreisebestimmungen trotzdem kurz vor Abflug selbst, Vorschriften ändern sich gelegentlich.

Visumfrei (Tourismus)

Aufenthalt
Bis 90 Tage
Kosten
keine
Wo beantragen
Keine Beantragung, Stempel bei der Einreise
Gültigkeit
Je Einreise 90 Tage

Verlängerung im Land

Aufenthalt
Weitere 90 Tage
Kosten
Gebühr vor Ort
Wo beantragen
Sûreté Nationale am Aufenthaltsort
Gültigkeit
Vor Ablauf der ersten 90 Tage beantragen

Transit Richtung Mauretanien

Aufenthalt
Innerhalb der 90 Tage
Kosten
keine
Wo beantragen
Grenzposten Guerguerat
Gültigkeit
Keine gesonderte Genehmigung

Eigenes Motorrad (D16ter)

Aufenthalt
6 Monate je Kalenderjahr
Kosten
keine
Wo beantragen
Zoll am Einreisehafen oder Grenzposten
Gültigkeit
An den Aufenthalt gekoppelt, Ausfuhr Pflicht

Eigenes Motorrad

Mit dem eigenen Motorrad nach Marokko

Kein Carnet de Passages, dafür ein Zollformular, das dich bis zur Ausreise begleitet.

Ein Carnet de Passages ist für Marokko nicht nötig – das vereinfacht die Einreise mit eigenem Motorrad erheblich. Stattdessen füllst du am Hafen oder Grenzposten das Zollformular D16ter aus, in das die Daten deines Fahrzeugscheins übertragen werden. Dieses Papier begleitet dich bis zur Ausreise und darf nicht verloren gehen. Die vorübergehende Einfuhr gilt für sechs Monate pro Kalenderjahr und ist an die Dauer deines Aufenthalts gekoppelt.

Im Idealfall steht das Motorrad auf deinen eigenen Namen. Ist das nicht der Fall – etwa bei einer geliehenen oder gemeinsam genutzten Maschine – braucht es eine notariell beglaubigte Vollmacht des Halters, übersetzt ins Französische. Bei Leasing- oder finanzierten Fahrzeugen kommt zusätzlich eine schriftliche Freigabe der Bank dazu. Fehlt dieses Papier, kann die Einfuhr scheitern, und zwar erst, nachdem die Fähre schon abgelegt hat.

Bei der Versicherung lohnt ein Blick auf die Grüne Karte: Steht das Kürzel MA darauf und ist es nicht durchgestrichen, bist du gedeckt. Viele Versicherer in Europa schließen Marokko jedoch aus. Ohne gültige MA-Deckung kaufst du die Haftpflicht direkt am Grenzposten bei der Assurance Frontière, meist für zehn Tage, einen Monat oder länger.

Als Einreisepunkt bietet sich Tanger Med an: Die Fähre kommt aus Algeciras, und Pass- sowie Zollkontrolle liegen dort dicht beieinander, was für Motorräder besonders unkompliziert ist. Über die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla einzureisen dauert erfahrungsgemäß deutlich länger.

Checkliste für die Grenze

  • Zulassungsbescheinigung Teil I im Original, möglichst auf den Fahrer ausgestellt
  • Beglaubigte Halter-Vollmacht auf Französisch, wenn das Motorrad nicht dir gehört
  • Grüne Karte prüfen: Ist MA gültig? Sonst Haftpflicht am Hafen kaufen
  • D16ter am Zoll ausfüllen und bis zur Ausreise aufbewahren
  • Kennzeichen lesbar und identisch mit den Papieren
  • Alle Dokumente doppelt kopieren, auf Papier und digital
  • Keine Drohne einführen, sie wird am Zoll einbehalten

Das D16ter wird bei der Ausreise wieder eingezogen. Verlässt du Marokko ohne das Motorrad, etwa nach einem Totalschaden, muss das Fahrzeug beim Zoll abgemeldet werden. Sonst bleibt die Einfuhr offen und die nächste Einreise wird zum Problem.

Papiere

Führerschein und Papiere

Der EU-Führerschein reicht aus. Der internationale erspart die Diskussion darüber.

Der EU-Kartenführerschein der Klasse A reicht für die Einreise nach Marokko aus, ein internationaler Führerschein ist keine Pflicht. Trotzdem lohnt er sich: Die zusätzliche französische und arabische Übersetzung beschleunigt Kontrollen spürbar. Er gilt aber nur zusammen mit dem nationalen Original, also immer beide einpacken.

Auf Landstraßen wirst du gelegentlich von der Gendarmerie angehalten, meist eine Routine-Sache. Verlangt werden in der Regel Führerschein, Fahrzeugpapiere und Versicherungsnachweis. Praktischer Tipp: Eine Klarsichthülle mit Kopien griffbereit halten und das Original nicht aus der Hand geben, ohne es sofort zurückzubekommen.

  • EU-Führerschein Klasse A im Kartenformat
  • Internationaler Führerschein, empfohlen (Französisch und Arabisch)
  • Reisepass, 6 Monate über die Einreise hinaus gültig
  • Zulassungsbescheinigung Teil I im Original
  • Versicherungsnachweis: Grüne Karte mit gültigem MA oder Grenzpolice
  • D16ter, ab der Einreise bis zur Ausreise
  • Kopien von allem, getrennt vom Original aufbewahrt

Saison

Beste Reisezeit & Klima in Marokko

Marokko lässt sich fast ganzjährig befahren – entscheidend ist die Region: Wüste im Frühjahr und Herbst, Atlas im Sommer, Küste mild im Winter.

Beste Reisezeit: März–Mai & September–November

Befahrbarkeit nach Monat und Region
Region Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Hoher Atlas Jan: Nicht befahrbar Feb: Nicht befahrbar Mär: Fahrbar, mit Einschränkungen Apr: Beste Fahrzeit Mai: Beste Fahrzeit Jun: Beste Fahrzeit Jul: Fahrbar, mit Einschränkungen Aug: Fahrbar, mit Einschränkungen Sep: Beste Fahrzeit Okt: Beste Fahrzeit Nov: Fahrbar, mit Einschränkungen Dez: Nicht befahrbar
Sahara und Süden Jan: Beste Fahrzeit Feb: Beste Fahrzeit Mär: Beste Fahrzeit Apr: Beste Fahrzeit Mai: Fahrbar, mit Einschränkungen Jun: Nicht befahrbar Jul: Nicht befahrbar Aug: Nicht befahrbar Sep: Fahrbar, mit Einschränkungen Okt: Beste Fahrzeit Nov: Beste Fahrzeit Dez: Beste Fahrzeit
Atlantikküste Jan: Fahrbar, mit Einschränkungen Feb: Fahrbar, mit Einschränkungen Mär: Beste Fahrzeit Apr: Beste Fahrzeit Mai: Beste Fahrzeit Jun: Beste Fahrzeit Jul: Fahrbar, mit Einschränkungen Aug: Fahrbar, mit Einschränkungen Sep: Beste Fahrzeit Okt: Beste Fahrzeit Nov: Beste Fahrzeit Dez: Fahrbar, mit Einschränkungen
Rif und Norden Jan: Fahrbar, mit Einschränkungen Feb: Fahrbar, mit Einschränkungen Mär: Fahrbar, mit Einschränkungen Apr: Beste Fahrzeit Mai: Beste Fahrzeit Jun: Beste Fahrzeit Jul: Fahrbar, mit Einschränkungen Aug: Fahrbar, mit Einschränkungen Sep: Beste Fahrzeit Okt: Beste Fahrzeit Nov: Fahrbar, mit Einschränkungen Dez: Fahrbar, mit Einschränkungen
  • Beste Fahrzeit
  • Fahrbar, mit Einschränkungen
  • Nicht befahrbar

Jan

Tag
16°C
Nacht
4°C
Regen
mittel

Apr

Tag
23°C
Nacht
11°C
Regen
gering

Jul

Tag
38°C
Nacht
22°C
Regen
sehr gering

Okt

Tag
26°C
Nacht
14°C
Regen
gering

Die Frage, wann man Marokko am besten bereist, hat weniger mit Wetterfühligkeit zu tun als mit der Frage: Was ist gerade befahrbar? Drei Faktoren entscheiden.

Im Hohen Atlas liegt zwischen Dezember und Februar Schnee. Die großen Passstraßen Tizi n'Tichka und Tizi n'Test werden meist freigehalten, die Pisten oberhalb davon aber nicht – wer im Winter durch den Atlas will, bleibt auf Asphalt.

Im Süden rund um Merzouga und Zagora ist es umgekehrt: Im Hochsommer klettern die Temperaturen über 45 Grad, was in voller Motorradkleidung kein Vergnügen mehr ist, sondern eine Kreislaufbelastung. Von Oktober bis April dagegen ist genau diese Region ideal.

Dazu kommt der Regen im Spätherbst und Winter, der vor allem den Norden trifft. Er fällt selten lang, dafür heftig – trockene Flussbetten können sich innerhalb von Minuten füllen. Eine Furt, die am Morgen problemlos war, kann am Nachmittag schon nicht mehr passierbar sein.

Passende Termine in Marokko Beste Zeit ist März–Mai & September–November. Dort stehen die Reisen, die in diesem Fenster starten. Reisen in Afrika

Straßen & Pisten

Straßenverhältnisse & Fahren in Marokko

Von perfekt asphaltierten Passstraßen bis zu offenen Wüstenpisten: Marokko ist eines der vielseitigsten Fahrländer Nordafrikas – wenn man weiß, was einen erwartet.

Zwischen den großen Städten sind die Straßen in Marokko überwiegend gut ausgebaut – Asphalt in solidem Zustand, gut zu fahren. Spannend wird es, sobald man davon abbiegt: Richtung Atlas und Sahara reicht das Spektrum von fest gewalzten Schotterpisten bis zu tiefem Sand und felsigen Passagen, für die Offroad-Erfahrung wirklich gebraucht wird. Gerollfelder, Flussdurchquerungen und Waschbrett-Untergrund gehören zum Alltag auf diesen Strecken.

Beim Tanken gilt: An den Hauptachsen ist die Versorgung engmaschig, abseits davon wird sie schnell dünn. Die Faustregel unter erfahrenen Marokko-Fahrern lautet, den Tank immer aufzufüllen, sobald sich Gelegenheit bietet, statt bis zur Reserve zu warten.

Der marokkanische Verkehr ist lebendig: Esel, Fußgänger und Gegenverkehr auf schmalen Passstraßen sind normal, besonders in Dörfern und bei Dämmerlicht. Defensives Fahren mit Tempo-Reserve zahlt sich hier mehr aus als anderswo, gerade auf den kurvigen Passstraßen, wo Sicht und Reaktionszeit knapp bemessen sind.

N9 Marrakesch bis Ouarzazate (Tizi n'Tichka)

196 km

100 % Asphalt

Zustand
Neu ausgebaut, breit, sehr kurvenreich. Baustellen möglich
Nach Regen
Steinschlag und Geröll an den Nordrampen
Tagesetappe
180 bis 200 km
Tanken
Alle 30 bis 50 km
Pässe & Höhe
Tizi n'Tichka 2260 m, selten gesperrt
Genehmigungen
keine

N9 Ouarzazate bis Zagora (Draa-Tal)

164 km

100 % Asphalt

Zustand
Gut asphaltiert, kurvig im Anstieg, danach weite Talfahrt
Nach Regen
Sandverwehungen im Talverlauf, eher nach Wind als nach Regen
Tagesetappe
160 bis 200 km
Tanken
Agdz und Zagora, dazwischen dünn
Pässe & Höhe
Tizi n'Tinififft 1660 m
Genehmigungen
keine

Zagora bis M'Hamid

96 km

100 % Asphalt

Zustand
Asphalt bis zum Ortsende, danach beginnt die Wüste
Nach Regen
Kaum betroffen, das Problem ist hier der Sand
Tagesetappe
100 km plus Pistenanteil
Tanken
Volltanken in Zagora, in M'Hamid nur eingeschränkt
Pässe & Höhe
keine
Genehmigungen
Südlich M'Hamid ortskundige Begleitung

Marrakesch bis Taroudant (Tizi n'Test)

223 km

100 % Asphalt

Zustand
Schmal, abschnittsweise einspurig, ohne Leitplanken
Nach Regen
Erdrutsche und Steinschlag, kurzfristige Sperrungen möglich
Tagesetappe
Ein ganzer Fahrtag, nicht unterschätzen
Tanken
Dünn zwischen Asni und Ouled Berhil
Pässe & Höhe
Tizi n'Test 2092 m, im Winter zeitweise gesperrt
Genehmigungen
keine

Dades-Schlucht: Boumalne bis Msemrir

60 km

70 % Asphalt · 30 % Piste

Zustand
Asphalt durch die Schlucht, danach Schotter mit engen Serpentinen
Nach Regen
Furten im oberen Abschnitt, Wasserstand vorher prüfen
Tagesetappe
60 bis 80 km, langsam
Tanken
Boumalne Dades, danach keine
Pässe & Höhe
Anstieg auf über 2000 m
Genehmigungen
keine

Erg Chebbi, Pisten um Merzouga

20 % Piste · 80 % Sand

Zustand
Tiefsand und Dünenkämme, nur mit Enduro-Erfahrung
Nach Regen
Sand wird kurzzeitig fester und besser befahrbar
Tagesetappe
30 bis 50 km, mehr ist Arbeit
Tanken
Rissani und Merzouga
Pässe & Höhe
keine
Genehmigungen
Ortskundige Begleitung dringend empfohlen

Sprit

Sprit, Reichweite und Etappen

An den Hauptachsen ist Tanken kein Thema. Südlich von Zagora wird es eins.

Auf den Hauptachsen ist Sprit kein Thema: Tankstellen von Afriquia, Shell, Total, Winxo oder Petrom liegen selten mehr als 40 bis 50 Kilometer auseinander, und bleifreies Super 95 ist überall in solider Qualität zu haben. Super 98 gibt es nur in größeren Städten – darauf sollte man nicht bauen. Diesel läuft unter der Bezeichnung Gasoil.

Anders sieht es südlich von Zagora sowie rund um Tata und Foum Zguid aus: Dort dünnt sich das Netz spürbar aus. Ein Kanister mit fünf Litern Reserve reicht bei den meisten Reiseenduros, um eine ausgefallene Station zu überbrücken. Bezahlt wird auf dem Land meist bar – kleine Scheine bereithalten, denn die Kartenzahlung funktioniert eher in Städten und an Autobahnen zuverlässig. Von Sprit aus Straßenkanistern im Süden würden wir eher abraten, die Qualität lässt sich nicht einschätzen.

Super 95 (Essence sans plomb)

Verfügbarkeit
Flächendeckend an allen Hauptachsen
Hinweis
Standard für Reise- und Enduromotorräder

Super 98

Verfügbarkeit
Nur größere Städte
Hinweis
Nicht in die Planung aufnehmen

Diesel (Gasoil)

Verfügbarkeit
Flächendeckend
Hinweis
Relevant für Begleitfahrzeuge

Reservekanister 5 l

Verfügbarkeit
Selbst mitbringen
Hinweis
Ab Zagora, Tata und auf allen Wüstenpisten sinnvoll

Sicherheit

Sicherheit unterwegs

Marokko ist für Reisende sicher. Das Risiko sitzt im Verkehr, nicht in der Kriminalität.

Unter den Reisenden in unserer Community gilt Marokko als eines der entspannteren nordafrikanischen Länder – die Kriminalitätsrate ist niedrig, gewöhnliche Vorsicht in belebten Souks und Bahnhofsvierteln reicht meist aus. Taschendiebstahl kommt in touristischen Zentren gelegentlich vor, ist aber eher ein Ärgernis als eine ernsthafte Gefahr.

Etwas anders sieht es in abgelegenen Grenzregionen im Süden und Südosten aus – informiere dich vor der Abreise über die aktuelle Lage, zum Beispiel über die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes. Auf einsamen Wüstenetappen gilt die Grundregel jeder erfahrenen Enduro-Gruppe: nie allein fahren, die Route jemandem hinterlegen und ausreichend Wasser mitführen, auch wenn die Strecke kurz aussieht.

Notrufnummern

  • Polizei (Städte) 19
  • Gendarmerie Royale (Landstraßen) 177
  • Rettungsdienst und Feuerwehr (Protection Civile) 15

Gesundheit

Gesundheit & Impfungen

Keine Pflichtimpfungen, aber eine Versicherungslücke, die fast jeden Motorradfahrer betrifft.

Pflichtimpfungen gibt es für Marokko keine. Sinnvoll sind trotzdem der übliche Basisschutz sowie, je nach individueller Reiseplanung, eine Auffrischung gegen Hepatitis A und Tetanus – am besten in einer reisemedizinischen Beratung klären.

Wasser aus der Flasche ist die sichere Wahl, bei Straßenküchen lohnt ein prüfender Blick. Für abgelegene Etappen gehört ein kompaktes Erste-Hilfe-Set ins Gepäck, ebenso persönliche Medikamente mit Rezeptkopie. Wer offroad unterwegs ist, sollte unbedingt eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport abschließen, im Zweifel eine, die Motorradfahren ausdrücklich mit einschließt.

  • Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A auffrischen
  • Erste-Hilfe-Set, auf Stürze ausgelegt
  • Persönliche Medikamente mit Kopie des Rezepts
  • Durchfallmedikation und Elektrolytpulver
  • Sonnenschutz und Lippenpflege mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Nur abgefülltes Wasser trinken
  • Trinksystem am Motorrad für die Wüstenetappen
  • Auslandskrankenversicherung mit Rückholung und Motorraddeckung

Die meisten Reise- und Auslandskrankenversicherungen schließen das Führen von Krafträdern über 125 cm³ aus. Prüfe deine Police vor der Buchung und schließe im Zweifel eine Zusatzdeckung ab, die Motorradfahren und den Rücktransport ausdrücklich einschließt.

Geld

Währung, Kosten & Bezahlung

Der Dirham ist eine geschlossene Währung. Geldwechsel und Bargeld gehören in die Planung.

Bezahlt wird in Dirham (MAD), einer geschlossenen Währung – wechseln lässt sie sich nur im Land, und größere Summen sollte man nicht wieder ausführen. Geldautomaten gibt es in jeder Stadt, auf dem Land ist Bargeld Pflicht.

Karten funktionieren in Hotels und größeren Restaurants zuverlässig, sonst eher selten. Trinkgeld ist überall willkommen. Für Sprit, Essen und kleine Besorgungen unterwegs lohnt es, immer etwas Bargeld in kleinen Scheinen dabei zu haben.

Liter Benzin

Preis
ca. 13–15 MAD

Einfaches Essen

Preis
ca. 50–100 MAD

Übernachtung Mittelklasse

Preis
ca. 400–800 MAD

Unterwegs

Internet, SIM & Navigation

Im Tal steht das Netz, auf dem Pass und in der Wüste nicht. Offline-Karten sind hier keine Vorsichtsmaßnahme, sondern Ausrüstung.

Eine lokale SIM-Karte – etwa von Maroc Telecom, Orange oder inwi – kostet wenig und ist an jedem Flughafen sowie in den Städten schnell besorgt, eSIM funktioniert ebenso gut. In Städten und entlang der Hauptrouten steht das Netz solide, in Wüste und Bergen reißt es dagegen häufig ab.

Wer auf Pisten unterwegs ist, sollte sich nicht auf Mobilfunk verlassen: Offline-Karten vorher herunterladen und für abgelegene Etappen einen GPS-Track der Route dabei haben, das Mobilnetz ist dort keine verlässliche Rückfallebene.

Vor Ort

Sprache, Kultur & Verhalten

Gastfreundschaft ist echt, und ein paar Regeln machen sie leichter.

Französisch kommt man in Marokko fast überall durch, auch wenn Arabisch und Tamazight (Berberisch) die Amtssprachen sind; in touristischen Regionen hilft oft auch etwas Englisch weiter. Schon ein paar Worte Arabisch oder Französisch öffnen unterwegs viele Türen.

Marokko ist muslimisch geprägt – abseits der Strandorte und besonders an religiösen Stätten empfiehlt sich zurückhaltende Kleidung. Gastfreundschaft wird großgeschrieben: Eine Einladung zum Tee ist ernst gemeint, und sie abzulehnen gilt als unhöflich – ruhig annehmen und sich Zeit dafür nehmen.

Packliste

Packliste für Marokko

Nur was Marokko zusätzlich verlangt. Die allgemeine Motorradpackliste wird vorausgesetzt.

  • Staubmaske oder Buff für die Pisten
  • Reservekanister 5 l ab dem Süden
  • Ersatzschlauch vorn und hinten plus Reifenheber
  • Offline-Karten, im Atlas und in der Wüste fehlt das Netz
  • Bargeld in kleinen Scheinen für Land und Tankstellen
  • Kopien von Zulassung, Pass und D16ter, getrennt verstaut
  • Leichte lange Kleidung für Ortschaften und Moscheenumfeld
  • Keine Drohne, die Einfuhr ist verboten

Häufige Fragen zu Marokko

Kann ich mit meinem eigenen Motorrad ohne Carnet nach Marokko einreisen?

Ja. Statt eines Carnet de Passages füllst du bei der Einreise das Zollformular D16ter aus, das dein Fahrzeug für bis zu sechs Monate pro Kalenderjahr registriert und dich bis zur Ausreise begleitet.

Was, wenn meine Grüne Karte Marokko nicht abdeckt?

Dann kaufst du die Haftpflichtversicherung direkt am Einreisehafen bei der Assurance Frontière – üblich sind Laufzeiten von zehn Tagen bis zu mehreren Monaten. Prüfe vorher, ob das Kürzel MA auf deiner Karte durchgestrichen ist.

Ist der Hohe Atlas im Winter für Motorräder gesperrt?

Die Hauptpässe Tizi n'Tichka und Tizi n'Test bleiben in der Regel offen und werden geräumt. Pisten oberhalb der Passstraßen sind von Dezember bis Februar dagegen nicht befahrbar.

Wann sollte man die Wüstenregionen im Süden besser meiden?

Im Hochsommer klettern die Temperaturen um Merzouga und Zagora auf über 45 Grad, in Motorradkleidung eine echte Kreislaufbelastung. Oktober bis April sind dort die angenehmeren Monate.

Wie voll ist das Tankstellennetz in Marokko?

An den Hauptachsen dicht, südlich von Zagora und auf den Wüstenpisten aber deutlich dünner. Ein kleiner Reservekanister und die Regel 'tanken, sobald es geht' bewähren sich dort.

Reicht der EU-Führerschein für Marokko aus?

Ja, ein internationaler Führerschein ist keine Pflicht. Er beschleunigt aber Kontrollen der Gendarmerie, weil er eine französische und arabische Übersetzung enthält.

Ist Marokko für Motorradreisende sicher?

Grundsätzlich ja – übliche Vorsicht in Städten reicht. Auf einsamen Wüstenpisten gilt trotzdem: nicht allein fahren, Route hinterlegen und genug Wasser mitnehmen.

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